AuszeichnungNobelpreis: Wie zwei US-Ökonomen die moderne Auktion erfanden

Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson wurden für ihren Beitrag zur Auktionstheorie mit dem Wirtschaftsnobelpreis geehrt
Paul R. Milgrom und Robert B. Wilson wurden für ihren Beitrag zur Auktionstheorie mit dem Wirtschaftsnobelpreis geehrtimago images / TT

Eine der größten Auktion der deutschen Wirtschaftsgeschichte endete am 18. August 2000. Damals boten Mobilfunkkonzerne 98.807.200.000 Mark für die UMTS-Lizenzen, umgerechnet circa 50,8 Mrd. Euro. Was heute viele wissen: Der Standard setzte sich kaum durch, für die Gewinner der Auktion wurde es ein riesiger Flopp.

Was die wenigsten wissen: Das Auktionsverfahren dahinter war viel besser als alle vorherigen Verfahren, sogar nobelpreiswürdig. Es stammt von den diesjährigen Gewinnern des Wirtschaftsnobelpreises, den US-Ökonomen Paul Milgrom (72) und Robert B. Wilson (83). Sie forschten daran, wie man Auktionen so aufbaut, dass sie für alle Beteiligten den größten Nutzen generieren.

Am Montag zeichnete die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften sie dafür mit dem Nobelpreis aus. „Von ihren Erkenntnissen haben Verkäufer, Käufer und Steuerzahler weltweit profitiert“, heißt es in der Begründung des Nobelkomitees.Von Strommärkten, über Werbeaufträge im Internet und Immobilien bis hin zu staatlichen Ausschreibungen reichen die Beispiele heute – einen Teil von ihnen haben auch Milgroms und Wilsons Arbeiten geprägt.

Begründer des mehrstufigen Auktionsverfahrens

An den Lizenzversteigerungen für Funkfrequenzen wird ihre Leistung besonders deutlich: Sichert sich ein Mobilfunktanbieter einen bestimmten Frequenzbereich, bestimmt er in etwa, welche Datenmenge das Unternehmen nutzen und wie viele Kunden es bedienen kann.

In den USA wurden Frequenzen in Blöcken bestimmter Frequenzbereiche verlost. Man dachte, der Markt werde die Allokation schon regeln und wartete darauf, dass die Frequenz-Blöcke durch Marktmechanismen bei den verschiedenen Mobilfunkunternehmen landeten. Das funktionierte aber nicht. Stattdessen spekulierten viele Besitzer mit den Frequenzblöcken. Das Ergebnis: Kein Unternehmen konnte eine gleichmäßige Netzabdeckung über das ganze Land bieten. Dem Staat, der so eigentlich viel Geld einnehmen wollte, entging ein Großteil der möglichen Einnahmen.