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Airline Was hinter der Luxus-Offensive der Lufthansa steckt

Jens Ritter, CEO von Lufthansa Airlines, präsentiert die neue Business Class
Jens Ritter, CEO von Lufthansa Airlines, präsentiert die neue Business Class
© IMAGO/HMB-Media
Die Kranich-Airline baut ihre Kabine auf der Langstrecke um. Von der Economy bis zur First Class soll es luxuriöser und exklusiver werden. Wie das aussehen soll und was dahinter steckt 

Luxus geht immer – das ist eine Erkenntnis aus den vergangenen Krisen. Wer über genügend Geld verfügt, konsumiert auch in der Flaute. Daher ist es auch kein Wunder, dass bei der Lufthansa das Geschäft mit der First und Business Class besonders stark wächst. Erst während Corona, als Privatsphäre gewünscht war, dann nach Beginn des Ukrainekriegs, als die Preise in die Höhe schnellten. Auch langfristig rechnet die Lufthansa mit einer hohen Nachfrage – und investiert nun in die Modernisierung der Flugzeugkabine.

Wie das aussieht, präsentierte Jens Ritter, Chef von Lufthansa Airlines, diese Woche mit viel Pomp in Berlin. Die Veranstaltungsstätte, das „Kraftwerk“, wurde vollständig in Blau getaucht, die neuen Sitze und Suiten wurden aufgebaut. Wer will, konnte probeliegen und sich vorstellen, wie es sich so in elf Kilometern Höhe reist. Die neue Linie „Allegris“ setzt eindeutig auf Luxus. Alles ist bequemer, größer, exklusiver. Oder wie Ritter sagte: „Wir haben den Anspruch, auch künftig die führende Premium-Airline in Europa zu sein.“

Diesen Anspruch hatte die Lufthansa zwischenzeitlich verloren. Gerade die Langstrecke galt unter vielen Fluggästen als nicht mehr zeitgemäß. Die deutsche Airline hatte zuletzt auch den fünften Stern der Beratungsfirma Skytrax verloren. Zusätzlich spürte die Lufthansa eine gestiegene Nachfrage in der Business und First Class – maßgeblich getrieben durch Corona. Als die Pandemie ausbrach, zahlten viele Reisende einen Aufschlag für die Business Class, um mehr Abstand zu anderen Fluggästen zu haben. Seitdem wollen sie das Erlebnis aber nicht mehr missen. Für die Lufthansa gab es also viele gute Gründe, den Umbau der Flotte zu forcieren.

Kaum Konkurrenz auf der Langstrecke

Wichtig sei dabei der Fokus auf die Langstrecke, meint Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt. Innerhalb von Europa konkurriert die Lufthansa mit Privatjet-Anbietern wie Netjets oder Flexjets, die zu den großen Krisengewinnern gehören. Aber die Langstrecke ist extrem lukrativ, weil selbst Superreiche nur selten einen Langstreckenflug im Privatjet absolvieren. „Wer sich interkontinental einen Privatjet leisten kann, der kann sich auch ein Ticket in der First leisten, umgekehrt aber nicht unbedingt“, sagt Großbongardt gegenüber Capital. Eine Flugstunde kostet im Privatjet etwa 10.000 Euro – ein First Class-Ticket von Frankfurt nach Tokio etwa 13.400 Euro. „Mit allen Gebühren würde ein Privatflug etwa 15-mal so viel kosten“, rechnet Großbongardt vor.

Auf innereuropäischen Strecken sei die Rechnung anders. Reisende erreichen ihr Ziel ohne Umstiege, vermeiden Sicherheitskontrollen oder Verspätungen. „Businessjets sind innerhalb Europas Zeitmaschinen, bei denen sich der höhere Preis durch die gewonnene produktive Zeit auszahlt“, sagt Großbongardt.

Deshalb richtet sich das neue Lufthansa-Produkt „Allegris“ auch nur an die Langstrecke. Erstmals wird sie in den 2024 neu ausgelieferten Airbus A350 eingebaut – und dann sukzessive auf weitere 80 Neuauslieferungen wie die Boeing 787-9 oder 777-9. Insgesamt will der Konzern so 2,5 Mrd. Euro investieren. 

Und tatsächlich sind die Neuerungen nicht nur Kosmetik. In der Business Class gibt es zum Beispiel erstmals eigene Trennwände. Die First Class Suite verkauft die Lufthansa als „Hotelzimmer in elf Kilometern Höhe“ mit einem ein Meter breiten Sitz, der sich kühlen oder erhitzen lässt. Außerdem gibt es eine „Suite Plus“ – eine separate Doppel-Kabine mit deckenhohen Wänden und verschließbarer Tür, großem Tisch und zwei breiten Sitzen, die sich zu einem Doppelbett kombinieren lassen.

Wie die Pläne in der Realität aussehen sollen, zeigt unsere Bildergalerie:

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