ExklusivJunge Unternehmer kritisieren Corona-Schulpolitik

Sarna Röser ist Bundesvorsitzende des Verbands Die jungen UnternehmerDIE JUNGEN UNTERNEHMER / Anne Grossmann Fotografie

In der deutschen Wirtschaft wächst die Kritik an den Plänen für eine allmähliche Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen. Vor allem die unklaren Perspektiven für die Schulen und Kindergärten und damit auch für Arbeitnehmer mit Kindern stößt auf Unverständnis. „Hat die Kultusministerkonferenz wirklich vier Wochen Osterferien gemacht?“, fragte Sarna Röser, Bundesvorsitzende der Jungen Unternehmer, im Gespräch mit Capital.

Röser hat mehrere Start-ups gegründet und ist designierte Nachfolgerin in einem mittelständischen Familienunternehmen. „Ein Konzept für eine gestaffelte und medizinisch vertretbare Schulöffnung könnte schon jetzt vielen Eltern und Unternehmen zumindest ein Stück weit Perspektive und Planungsermessen geben.“ Eltern müssten wissen, ob ihre Kinder bald wieder in die Schule gehen können, um auch den Arbeitgebern mehr Sicherheit zu geben.

Mit der Aufhebung der ersten Beschränkungen steigt der Druck auf den Bund und die Landesregierungen, auch in anderen Bereichen wieder mehr Normalität herzustellen. Kleine Geschäfte dürfen ab der kommenden Woche vielerorts wieder öffnen, auch viele Produktionsbetriebe legen wieder los.

Eltern brauchen eine Perspektive

Bei den Schulen, die in der Verantwortung der Länder liegen, ist die Lage allerdings überall unterschiedlich. Prüfungen wie das Abitur oder der Mittlere Schulabschluss sollen abgelegt werden können. Unklar ist aber, wann auch die jüngsten und damit betreuungsintensivsten Kinder wieder in den Unterricht gehen können. Die Debatte ist ein Vorgeschmack darauf, was an Diskussionen auch in anderen Belangen zu erwarten ist. So dringen nach den kleinen Geschäften auch die Inhaber von Malls darauf, bald wieder öffnen zu können.

Unternehmervertreterin Röser sieht die Situation in den Schulen als zentrales Problem, ohne dessen Lösung auch andere Bereiche nicht wieder in die Normalität zurückkehren können. „Hier ist die Bundesregierung an einem neuralgischen Punkt noch nicht sprechfähig, das kann nicht sein und hätte vermieden werden können“, sagt sie. „Auch die Eltern, die jetzt mit Kita-Kindern im Homeoffice, verlängerter Elternzeit oder im Betreuungsurlaub sind, brauchen eine Perspektive.“

 


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