KI-MapInfografik: Ein visueller Überblick über die KI-Szene in Deutschland

Künstliche Intelligenz
Während die Forschung im Bereich KI gut aufgestellt ist, braucht es derzeit eher Persönlichkeiten, die Visionen, Kapital und Experten zusammenbringen.Pixabay

Bisher wurden lediglich 1,2 Mrd. Euro Venture Capital in deutsche Start-ups investiert, die Künstliche Intelligenz als Kernelement ihres Geschäftsmodells ausweisen. Das hat eine aktuelle Untersuchung der Firma Appanion Labs ergeben, die Capital exklusiv vorliegt. Im Vergleich ist das deutlich weniger als die finanzielle Förderung, die chinesische und US-amerikanische Start-ups erhielten. Laut der Beratungsgesellschaft PWC wurden in den USA in den letzten fünf Jahren bereits 23 Mrd. Euro in KI-Neugründungen investiert.

Zwei deutsche KI-Hotspots

65 Prozent der deutschen KI-Start-ups haben laut der Appanion-Studie ihren Hauptsitz in Großstädten. Allen voran im Start-up-Hotspot Berlin: Hier befinden sich 102 der identifizierten 275 auf KI spezialisierten jungen Unternehmen. Darunter Projekte wie die Open-Source Chatbot-Plattform Rasa und das Deep-Tech-Start-up German Autolabs, das erst kürzlich eine Finanzspritze in Höhe von 7 Mio. Euro erhielt, um die Weiterentwicklung einer Sprach-KI-Plattform für die Automobilindustrie voranzutreiben. Aber auch München ist mittlerweile ein KI-Hub: 50 junge Firmen haben sich in der innovativen Nachbarschaft der Technischen Universität und großer Technologiefirmen wie Google und Siemens niedergelassen. Ein prominentes Beispiel ist das Start-up Konux.

KI findet überall Anwendung

Rund 36 Prozent der deutschen KI-Start-ups arbeiten laut Appanion an Lösungen, die branchenübergreifend einsetzbar sind. Zu den meist verbreiteten Anwändungsgebieten  der deutschen KI-Szene zählen Entwicklungen, die bei der Entscheidungsfindung unterstützen (35), gefolgt von Chatbots und intelligentem Routing (17). Interessant ist auch, dass 128 der 275 Start-ups darauf ausgerichtet sind, die Produktivität innerhalb eines Unternehmens zu steigern. Nur sieben Prozent versuchen ihre Branche grundlegend zu erneuern.

Etwa die Hälfte der Unternehmen verfügt aktuell über Finanzierungen in der Anfangsphase, während sich nur knapp fünf Prozent der Start-ups in der Phase der „Late Stage“-Finanzierung befinden oder bereits einen Übergang hingelegt haben. 42 Prozent finanzieren sich derzeit ohne Beteiligung. Der High-Tech-Gründerfonds ist dabei mit Abstand Deutschlands aktivster Geldgeber (21 Investments), gefolgt von Techstars (sechs Investments), 42 CAP, Atlantic Labs, Plug and Play, Spin Lab sowie Target Partners (alle fünf Investments).

Was die Branchen angeht, sind die Ergebnisse der Studie ebenfalls aufschlussreich: 380 Mio. Euro Venture Capital stecken der Untersuchung zufolge in KI-Start-ups, die sich auf Entwicklungen in der Finanzdienstleistungsbranche konzentrieren. Auch die Handelsbranche sowie Transport und Logistik erhielten Finanzierungen in Höhe von 130 beziehungsweise 91 Mio. Euro. Obwohl in der fachlichen Ingenieurs-Expertise ein Wettbewerbsvorteil liegt, mangelt es in den Bereichen autonomes Fahren und industrielle Produktion laut Appanion noch an Investoren.

Hier gibt es eine visuelle Übersicht zur KI-Start-up Szene in Deutschland: