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Neuer Start-up-Geldgeber Ein Risikokapitalfonds mit sozialem Impact

Die Macher des Human-Impact-Fonds mit Exministerin Brigitte Zypries (links)
Die Macher des Human-Impact-Fonds mit Exministerin Brigitte Zypries (links)
© PR
Zwei Risikokapitalgeber tun sich zusammen, um mit dem Fonds Human Impact Capital Start-up zu finanzieren – und gleichzeitig soziale und nachhaltige Effekte zu erzielen 

Die VC-Finanzierer Redstone und EnjoyVenture springen auf den ESG-Trend auf – genauer gesagt auf das S im nachhaltig-sozialen Dreiklang: Sie starten einen Social-Impact-Fonds. Der neu aufgelegte neue Fonds Human Impact Capital (HIC) sei der einzige spezialisierte Social-Impact-Risikokapitalfonds in Deutschland, teilten die Unternehmen Capital kurz vor dem Launch mit.

Ausgerichtet ist die Investitionsstrategie von HIC auf fünf universelle Nachhaltigkeitsziele (SDG) der UN-Agenda 2030: Sie umfassen die Überwindung der Armut, angemessene Gesundheitsversorgung und Wohlergehen, hochwertige Bildung, Geschlechtergerechtigkeit und den Abbau von Ungleichheiten. Den Fokus legen die VC-Investoren dabei auf drei Kernbereiche: Der Einsatz von Health-Tech soll zu einer sicheren Versorgung mit Gesundheitsdiensten und dem Schutz der alternden Bevölkerung beitragen. Daneben geht es um gesteigerte Wohn- und Lebensqualität und weniger Vereinzelung. Innovative Ansätze in der Bildung sollen Edtech-Firmen verfolgen – und dabei soziale Ungleichheiten abbauen.

Mit der Positionierung als sogenannte Impact-Fonds werben immer mehr kommerzielle Start-up-Finanzierer um Geldgeber. Das Versprechen: in Geschäftsmodelle investieren, die die Welt verbessern – und damit auch Geld verdienen. So sollen institutionelle Anleger, Family Offices oder private Investoren Rendite mit gutem Gewissen erzielen können. Im Gegensatz zum Aktienmarkt gibt es für Start-up-Investitionen keinen wirklich anerkannten Standard, welche Investitionen als nachhaltig gelten.

100 Prozent der Investitionen nachhaltig

Sie können sich jedoch an der Offenlegungsverordnung der Europäischen Union orientieren, die nach der Sustainable Finance Disclosure Regulation Nachhaltigkeitsstandards auf den Finanzmärkten etabliert. Die Messung der mit dem Portfolio erzielten Nutzen muss dann in so genannten Artikel-9-Berichten nachvollziehbar werden.

Auch die HIC-Manager wollen ihren Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft – die soziale Wirkung ihrer Investitionen – aktiv messen, um eine effiziente Verwendung von Mitteln zu gewährleisten, teilen sie mit. „HIC ist einer der ersten Fonds in Europa, der gemäß Artikel 9 SFDR Bericht erstattet, welcher sich auf soziale und nachhaltige Investitionen bezieht. HIC ist dadurch gesetzlich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass 100 Prozent der Investitionen als nachhaltig eingestuft werden.“

Der Fonds richtet sich an europäische Start-ups in sehr frühen Phasen und ist mit zunächst 50 Mio. Euro ausgestattet. Im Fokus stehen digitale Geschäftsmodelle, die gezielt aktuellen gesellschaftlichen Schwächen die Stirn bieten wollen. Aus Sicht der Manager hat die Corona-Pandemie solche Unzulänglichkeiten vor allem in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wohnen zutage befördert. In der Konzeption wollen die Finanzierer die Expertise aus VC und Sozialwirtschaft mit Investoren zusammenbringen, die tief im sozialen Bereich verankert sind. Ein Ankerinvestor ist die Bank für Sozialwirtschaft, deren Vorstandschef Harald Schmitz ebenso im Beirat des Fonds sitzt wie die ehemalige Justiz- und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). 

Redstone ist eine europäische Risikokapitalgesellschaft, die mehr als zehn Venture-Capital-Fonds verwaltet – teils mit Fokus auf Industrie 4.0 oder Fintech – mit einem Gesamtvolumen von mehr als 600 Mio. Euro. EnjoyVenture bezeichnet sich als unternehmergeführte Beteiligungsgesellschaft mit mehr als 200 Seed- und Start-up-Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 170 Mio. Euro.

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