HackathonHackathon der Bundesregierung: Das sind die besten Ideen

Beim Hackathon der Bundesregierung kamen über 1.5oo Ideen zusammen.Image by Génesis Gabriella from Pixabay

Am digitalen Hackathon-Projekt der Bundesregierung haben sich vor zwei Wochen mehr als 20.000 Menschen beteiligt. Gemeinsam mit sieben sozialen Initiativen rief die Bundesregierung unter dem Hashtag #WirvsVirus zur Ideenfindung auf. Mitmachen konnte dabei jeder: Bis zum 20. März reichten Bürger die ihrer Meinung nach dringlichsten Probleme und Herausforderungen der Corona-Krise unter wirvsvirus.org ein. Wer keine zündenden Ideen oder technisches Know-how hatte, konnte sich trotzdem beteiligen, etwa als Pate oder Mentor.

Im nächsten Schritt kamen dann alle Teilnehmer in virtuellen Gruppen zusammen. Dazu gehörten Leute aus der Kreativ- oder Techbranche, aber auch sozial engagierte Bürger aus verschiedensten Branchen und Bereichen. Insgesamt kamen dabei 1500 Projekte mit unterschiedlichsten Zielen zustande. Dazu gehörten die Entlastung der Krankenhäuser, Organisationskonzepte für flächendeckende Corona-Tests und Ideen für optimiertes Infektionstracking und Vergabe von Arztterminen.

Capital hat einige der besten Ideen gesammelt:

Colivery

Dass Lieferando und Rewe ihren Service der Corona-Krise angepasst haben und ihre Lieferungen momentan kontaktlos übergeben, dürfte bekannt sein. Colivery soll nun Lieferungen für Risikogruppen insgesamt sicherer machen. Dazu zählt nicht nur die Grundversorgung mit Lebensmitteln, sondern auch die Versorgung mit Medikamenten oder etwa Drogerieartikeln. Für jeden, der zur Risikogruppe gehört, stellt der Besuch im Supermarkt oder der Apotheke momentan ein potenzielles Risiko dar. Die App soll nun helfen, diese Betroffenen diese Gänge möglichst zu ersparen. Nützlich ist sie ebenso für Covid-19-Infizierte, die sich in Quarantäne befinden und ihre Wohnung nicht verlassen dürfen, aber niemanden haben, der sie etwa mit Lebensmitteln versorgt.

Dafür sieht die App eine Registrierung vor. Hilfesuchende und Helfer melden sich an und können Gesuche posten, beziehungsweise diese Gesuche einsehen und Besorgungen für die inserierenden Personen übernehmen. Der Einkaufszettel wird dem Helfer angezeigt, er besorgt alle Produkte und stellt die Artikel vor der Wohnungstür des Inserierenden ab – ohne direkten Kontakt und unter Einhaltung der Abstandsregelung.

In der App-Entwicklung ist außerdem ein Algorithmus eingeplant, der den Helfenden effiziente Touren berechnen soll, innerhalb derer sie mit wenig Aufwand gleich für mehrere Menschen einkaufen gehen und ausliefern können. Menschen, die in derselben Straße oder demselben Kiez wohnen, könnten so von derselben Person beliefert werden. Um das System auch Menschen ohne Internetzugang oder Smartphone zugänglich zu machen, ist weiter auch eine Telefonhotline geplant.

UDO

UDO soll Betrieben helfen, auf schnellem und unkomplizierten Wege Kurzarbeitergeld zu beantragen. Viele Chefs waren noch nie in der Situation, sich mit Antragswegen befassen zu müssen und sehen sich nun wohlmöglich einem bürokratischen Chaos gegenüber. Um ihnen zu helfen, gibt es nun die Seite https://kurzarbeit-einfach.de. In Einzelschritten und verständlicher Sprache ist hier gesammelt, was man wissen und tun muss, um das Kurzarbeitergeld zu beantragen.

„Was ist eigentlich Kurzarbeitergeld? Kann ich es für mein Unternehmen bekommen? Und was muss ich dafür machen?“ Antworten auf diese Fragen liefert die Webseite, ohne dass man lange suchen oder sich durch Formulare arbeiten muss. Das Highlight: Der Chatbot „U:DO“, der den Interessierten zunächst Fragen stellt, die Antworten auf diese prüft und dann feststellt, ob man für Kurzarbeit in Frage kommt. Das entsprechende Formular für die Bundesagentur für Arbeit füllt der Bot anschließend selbstständig aus und erklärt dann die weiteren Schritte.

Transparent und digital vereinfacht sollen so bürokratische Hürden abgebaut werden. Einstiegshürden werden aus dem Weg geräumt und Unternehmer kommen schneller ans Ziel.