AufbrecherGroßes Problem, smarte Lösung: Native Shoes

Damit ihre Schuhe nicht der Umwelt schaden, setzt Native Shoes auf biologische Materialien und auf's Recycling
Damit ihre Schuhe nicht der Umwelt schaden, setzt Native Shoes auf biologische Materialien und auf's RecyclingNative Shoes


Klimawandel, Armut, Flüchtlingskrisen: Die Welt ist voller Probleme. Capital stellt in der Serie „Großes Problem, smarte Lösung“ Unternehmen vor, die die großen Herausforderungen unserer Zeit angehen und dabei innovative Wege finden. Diesmal: Die kanadische Firma Native Shoes, die recycelten Schuhen neues Leben verleihen


Das Problem:

Beim Thema Nachhaltigkeit in der Modeindustrie liegt der Fokus meist auf Kleidungsstücken und Textilien. Viel zu oft landen allerdings auch abgetragene und kaputte Schuhe im Hausmüll und in den Altkleidercontainern. Allein in den USA werden jährlich 300 Millionen Paar Schuhe entsorgt. Durchschnittlich brauchen sie 30 bis 40 Jahre, bis sie sich zersetzen. Besonders Turnschuhe sind nicht umweltfreundlich: Sie bestehen zu einem großen Teil aus Kunststoff oder chemisch behandelten Materialien, die es unmöglich machen, dass sich die Schuhe überhaupt auf natürliche Weise zersetzen können. Wann sie bereit für die Tonne sind, kann je nach Modell sehr unterschiedlich sein. Zwischen 170 und 2000 Kilometer schafft ein Laufschuh – abhängig von Qualität der Materialien, Pflege und Beanspruchung beim Laufen. Eins haben sie jedoch alle gemeinsam, am Ende ihrer Lebens schaden sie der Umwelt.

Die Lösung:

Am einfachsten wäre es wohl, abgetragene Schuhe auf den Kompost zu werfen – quasi als Zero Waste Schuhe. Genau diese Idee hat Native Shoes in die Tat umgesetzt und den „Plant Shoe“ entwickelt. Er ist vegan und besteht aus fünf pflanzlichen Materialien: Ananasleder, Kork, Eukalyptus, Baumwolle und Latex. Damit ist er vollständig biologisch abbaubar. Ein Teil der Schuhe wird dabei mittels „Rise by Bloom“-Technologie hergestellt. Dabei werden giftige Algen aus dem Wasser entfernt und dann in das Obermaterial der Schuhe integriert. Die dadurch entstandene Bloom-Kollektion ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern verbessert auch Wasser- und Luftqualität am Ursprungsort der Algen.

Das Kerngeschäft von Native Shoes basiert auf Modellen aus Ethylenvinylacetat (kurz: EVA). Das weiche gummiartige Material nimmt weder Wasser auf, noch speichert es Gerüche. Damit auch hier der Einfluss auf die Umwelt gering bleibt, übernimmt Native Shoes mit dem Remix Project das Recycling. Kunden können ihre alten Schuhe kostenlos an die Firma zurücksenden. Dort zerlegen Mitarbeiter sie in Einzelteile und verarbeiten sie in Sitzmöbeln, Isolierungen aber auch in Gerüsten für Spielplätze weiter.

Die Köpfe dahinter:

2009 gründeten Damian Van Zyll de Jong, Matt Penner und Scott Hawthorn Native Shoes. Van Zyll de Jong und Penner kennen sich bereits seit der Schulzeit und hatten von Anfang an eine klare Vision, wie Schuhe sein sollen und wie nicht. Matt Penner war dabei hauptsächlich für Produktentwicklung und Design verantwortlich. Van Zyll de Jong hatte als begeisterter Sneakersammler stellte Kontakt in die Schuh-Branche her und verbrachte mehr als ein Jahr in China, um alles über die Herstellungsprozesse zu lernen. Inzwischen sitzt die Firma in Kalifornien mit Scott Hawthorn als CEO. Die beiden anderen Gründer haben sich dagegen mittlerweile neuen Projekten gewidmet.

 


Kennen Sie schon unseren Newsletter „Die Woche“? Jeden Freitag in ihrem Postfach – wenn Sie wollen. Hier können Sie sich anmelden