KrisenbankFrühere HRE-Tochter Depfa steht wieder zum Verkauf

Georg Funke, Vorstandsvorsitzender der Hypo Real Estate (l.), und Dep­fa­-Chef Gerhard Bruckermann (r.) besiegeln am 23. Juli 2007 die Depfa-Übernahme durch die HRE
Georg Funke, Vorstandsvorsitzender der Hypo Real Estate (l.), und Dep­fa­-Chef Gerhard Bruckermann (r.) besiegeln am 23. Juli 2007 die Depfa-Übernahme durch die HREGetty Images

Zehn Jahre nach dem Kollaps des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) unternimmt die staatliche Bad Bank FMS Wertmanagement erneut einen Versuch, die frühere HRE-Tochter Depfa in Irland zu verkaufen. Dies berichtet Capital in seiner nächsten Ausgabe (Ausgabe 4; EVT 22. März 2018). Demnach prüfen die Abwickler der HRE-Altlasten derzeit, wie sich zunächst ein Großteil des Depfa-Eigenkapitals aus Irland abziehen lässt. Im nächsten Schritt könnte die Depfa dann veräußert werden. „Mit dem Brexit gibt es etliche Banken, die sich derzeit nach einem neuen Standort in der EU umsehen“, heißt es in Kreisen der Münchner FMSW. „Statt eine ganz neue Bank inklusive Lizenz aufzubauen, könnten sie hier eine fertige Bank einfach kaufen. Das könnte für einige Investoren schon interessant sein.“

Capital-Cover 04/2018
Die neue Capital erscheint am 22. März

Der Verkauf ist Teil eines größeren Plans, den Vorstandschef Stephan Winkelmeier in den kommenden Monaten erarbeiten will. Unter dem Codewort „Next“ soll die FMSW ein Konzept zu ihrer eigenen Auflösung entwickeln. Bis zum Jahr 2025 will Winkelmeier dazu so viele Finanzgeschäfte und Vermögenswerte der HRE beendet oder verkauft haben, dass man den Rest in der Bilanz ohne größeren Aufwand einfach auslaufen lassen kann. Manche Finanzgeschäfte in den Büchern der Bad Bank haben eine Laufzeit bis ins Jahr 2078. Diese verbleibenden Kredite und Papiere, für die sich auf absehbare Zeit keine Käufer finden werden, sollen dann so abgesichert sein, dass sie keinen Schaden anrichten können. „Dafür brauchen wir einen guten Plan, denn das wird noch mal eine komplexe Operation“, sagt einer der Abwickler.

Die Veräußerung der Depfa wäre dazu der erste Schritt. Nach der Verstaatlichung der gesamten HRE-Gruppe hatte die FMSW ohnehin die meisten Depfa-Geschäfte in ihre Bücher übernommen. Nachdem ein Verkauf der Depfa 2014 an zu niedrigen Angeboten gescheitert war, entschied sich der Bund, auch die irische Tochter abzuwickeln. Seither hat die FMSW die restliche Bilanz der Depfa mehr als halbiert. Von den 48 Mrd. Euro an Krediten und Finanzinstrumenten sind nur noch gut 20 Mrd. Euro übrig.

Mit knapp 2 Mrd. Euro Eigenkapital dürfte die Depfa heute eine der am besten kapitalisierten Banken der Welt sein. Die harte Eigenkapitalquote liegt bei mehr als 40 Prozent, vorgeschrieben sind je nach Berechnung 4,5 bis acht Prozent. „Das erste Ziel wäre, einen Großteil dieses Eigenkapitals abzuziehen“, heißt es bei der FMSW. Allein dies könnte mehr als 1 Mrd. Euro einbringen und wäre ein Vielfaches dessen, was ein Verkauf der Bank 2014 gebracht hätte. Erste Vorbereitungen für den anschließenden Verkauf sind bereits abgeschlossen. So änderte die Depfa im vergangenen Herbst ihre irische Rechtsform. Die Mitarbeiter in Dublin wurden informiert, dass die Bank doch noch privatisiert werden könnte. Vorbild wäre der gerade abgeschlossene Verkauf der HSH Nordbank für rund 1 Mrd. Euro. Aktuelle Zahlen stellt die FMSW Anfang April vor.