InfografikFlüchtlinge auf dem Arbeitsmarkt - eine Bilanz in 5 Grafiken

Die Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt verlief zwar schneller als von Experten erwartet, trotzdem sind viele dort heute noch nicht angekommen
Die Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt verlief zwar schneller als von Experten erwartet, trotzdem sind viele dort heute noch nicht angekommenMichal Jarmoluk from Pixabay

In der Nacht vom 4. auf den 5. September entschied Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit dem österreichischen Kanzler Werner Faymann Tausende Geflüchtete aus Ungarn aufzunehmen. Zehn Tage später verteidigte Merkel ihre Entscheidung vor der Bundespressekonferenz und betonte noch einmal: „Wir können das schaffen und wir schaffen das“.

Seitdem sind vier Jahre vergangen und mehr als eine Million Geflüchtete nach Deutschland gekommen. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind viele von ihnen aber trotzdem noch nicht angekommen: Laut dem aktuellen „Migrations-Monitor“ haben insgesamt 209.938 der 2,3 Millionen Arbeitslosen – und damit in etwa jeder Zehnte – in Deutschland einen Fluchthintergrund. Etwa 192.000 Geflüchtete sind außerdem trotz Arbeit auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Fehlende Qualifikationen und Bürokratie bremsen Integration

Immer wieder stehen mangelnde Deutschkenntnisse und fehlende Qualifikationen einer erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt im Weg. Ifo-Ökonom Panu Poutvaara sieht aber auch in der deutschen Bürokratie ein Hindernis für eine gelungene Eingliederung. „Da müsste man in den Regelungen flexibler werden“, sagte er im Interview mit Capital. Denn nicht in allen Berufen sind Deutschkenntnisse entscheidend. Poutvaara wünscht sich deshalb mehr Mitsprache der Unternehmen. Sie könnten letztlich besser entscheiden, ob ein Bewerber für die Stelle geeignet ist – oder nicht.

Trotzdem zeigt ein Vergleich: Die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt verlief schneller als in der Vergangenheit – und damit schneller als von Experten erwartet. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsfeldforschung IAB rechnet deshalb damit, dass im Herbst 2019 40 Prozent der Geflüchteten arbeiten werden. Poutvaara sieht außerdem großes Potential bei den Geflüchteten Kindern und Jugendlichen: „Wenn sie sich in Deutschland weiterbilden, haben sie noch viel Gelegenheit ihre Sprachkenntnisse und Qualifikationen für den Arbeitsmarkt zu verbessern.“

Aber wo arbeiten die Geflüchteten, die einen Job haben, eigentlich? Und wie viele haben in den letzten Jahren Unterstützung bei der Jobsuche erhalten? Die Antworten auf diese Fragen hat Capital in fünf Grafiken zusammengestellt: Die Arbeitsmarktintegration in Zahlen: