Umfrage Finanzmarktexperten lehnen Bankenfusion ab

Die meisten Finanzexperten stehen einer Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank kritisch gegenüber. Pixabay

Das Ergebnis ist eindeutig: Während nur rund 15 Prozent der befragten Finanzmarktexperten die Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank positiv beurteilen, sehen 65 Prozent diese kritisch. 20 Prozent erwarten dagegen weder positive noch negative Effekte für das Finanzsystem. Das geht aus einer Umfrage des ZEW-Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim hervor. Für den aktuellen ZEW-Finanzmarkttest hat das Institut im März 2019 rund 174 Finanzexperten befragt.

Zwei Hauptgründe sprächen gegen die Fusion: Zum einen würden durch die Zusammenlegung keine nennenswerte Größenvorteile entstehen. Zum anderen erwarten nur 55 Prozent der Fachleute, dass die neue Bank international konkurrenzfähiger wäre als die beiden Einzelinstitute. Dagegen würden fast 80 Prozent der Befragten einen Anstieg des systemischen Risikos fürchten.

Keine generelle Ablehnung von Großbanken

„Nach Ansicht der befragten Finanzmarktexperten überwiegen bei einer Fusion zwischen Deutscher Bank und Commerzbank, die kompliziert und teuer in der Umsetzung ist, die Nachteile. Ein Anstieg des Systemrisikos ist dagegen zu erwarten und sollte bedacht werden, wenn es um die Schaffung einer neuen Großbank geht“, fasst ZEW-Präsident Achim Wambach die Ergebnisse in der Pressemitteilung zusammen.

Trotz der Skepsis gegenüber der Fusion seien allerdings mehr als die Hälfte der Experten davon überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft grundsätzlich eine große deutsche Bank benötige. Eine generelle Ablehnung von Großbanken lasse sich also nicht feststellen.


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