VG-Wort Pixel

230.000 Briefe schon raus Erste Bundesländer verschicken Grundsteuerwert-Bescheide an Eigentümer

Altbauhäuser in Frankfurt am Main
Ab 2025 gilt die neue Grundsteuer. Dafür müssen Eigentümer bis Ende Oktober eine Steuererklärung einreichen, auch im hessischen Frankfurt
© IMAGO / Schöning
Obwohl noch längst nicht alle Grundsteuererklärungen abgegeben wurden, werden bereits erste Bescheide zum Grundsteuerwert verschickt. Rund 230.000 Schreiben gingen bereits an Eigentümer

Im Zuge der Grundsteuerreform erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer in Deutschland bereits die ersten Bescheide. Wie eine Umfrage von Capital unter allen 16 Finanzministerien der Länder zeigt, wurden bislang rund 230.000 Feststellungsbescheide über den sogenannten Grundsteuerwert verschickt.

Dieser bildet die Basis für die Berechnung der Grundsteuer und bestimmt maßgeblich, wie viel Grundstücksbesitzer ab Januar 2025 zahlen müssen. Die Grundsteuer wird berechnet, indem die Finanzämter den Grundsteuerwert mit der Steuermesszahl multiplizieren. Auf dieses Produkt wenden die Gemeinden am Ende den Hebesatz an. Sie werden voraussichtlich 2024 die endgültigen Zahlungsbescheide verschicken.

In Nordrhein-Westfalen erließen die Finanzbehörden mit knapp 125.000 Bescheiden die meisten Grundsteuerwertfeststellungen. Damit sind dort elf Prozent der bisher 1,15 Millionen eingegangenen Steuererklärungen abgearbeitet. Bayern führte 100.639 Hauptfeststellungen durch und kommt damit auf eine Erledigungsquote von 9,5 Prozent. Seit Anfang September stellten die Finanzämter in Thüringen 2549 Bescheide aus, was 1,3 Prozent aller bisher eingereichten Steuererklärungen entspricht.

Brandenburg und Berlin haben ebenfalls schon Grundsteuerwertbescheide versandt, genaue Zahlen lagen dazu jedoch laut den zuständigen Finanzministerien nicht vor. In Bremen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg erteilten die Finanzämter Bescheide bisher lediglich vereinzelt und „zu Testzwecken“.

Immobilienbesitzer in Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen erhielten noch keine Post mit Grundsteuerwertfeststellungen. In Rheinland-Pfalz und Niedersachsen rechnen die Behörden allerdings damit, im Oktober die ersten Bescheide auszustellen. Gegen den Bescheid über die Feststellung des Grundsteuerwerts können Eigentümerinnen und Eigentümer innerhalb eines Monats nach Erhalt Einspruch einlegen.

Abgabequoten weiterhin gering

Wie die Umfrage von Capital außerdem zeigt, steigt die Abgabequote der Steuererklärungen durch die Eigentümer weiterhin nur langsam. Laut Bundesfinanzministerium gingen bundesweit bei den Finanzämtern bisher 6,19 Millionen Erklärungen elektronisch über das Steuerportal Elster ein und 583.615 Erklärungen auf Papier. Das entspricht einer Abgabequote von 17,9 Prozent.

An der Spitze steht Rheinland-Pfalz, wo 21,5 Prozent der Steuererklärungen eingereicht wurden. Dahinter folgen Baden-Württemberg (20,2 Prozent), Niedersachsen (20 Prozent), Bremen (19 Prozent), Sachsen-Anhalt (17,8 Prozent), Nordrhein-Westfalen (17,1 Prozent), Hamburg (17 Prozent) und Schleswig-Holstein (16,9 Prozent). Im Mittelfeld bewegen sich Bayern (16,4 Prozent), Sachsen (15 Prozent) und Thüringen (14 Prozent). Die geringsten Abgabequoten verzeichnen Brandenburg (10,1 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (12 Prozent) und Berlin (13,1 Prozent). Hessen und Saarland meldeten keine Daten.


Mehr zum Thema



Neueste Artikel