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Symbolbild: Digitalisierung im Mittelstand
Symbolbild: Digitalisierung im Mittelstanddpa

Immerhin, das Problembewusstsein wächst. Jedes Jahr fragt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY Deutschlands Mittelständler, wie es um die Digitalisierung steht. Noch vor drei Jahren war diese fast der Hälfte der Unternehmen weitgehend egal: Sie gaben an, ihr Geschäft sei von der Transformation kaum oder gar nicht betroffen.

Ganz aktuell, im Frühjahr dieses Jahres, sagten das nur noch ein Drittel der Befragten. Umgekehrt antworteten zwei Drittel: Digitale Technik spielt für unser Geschäftsmodell eine Rolle. Und zumindest drei Viertel betrachten die Entwicklung sogar als Chance, nicht als Bedrohung.

Sosehr das große Netz an mittelgroßen Familienunternehmen sonst als Vorzug gepriesen wird: Bei der Digitalisierung droht die Vielzahl kleiner und mittlerer Firmen zum Nachteil für die deutsche Volkswirtschaft zu werden. Denn zahlreiche Studien der letzten Jahre legen nahe, dass der deutsche Mittelstand beim Megatrend der Weltwirtschaft besonders langsam agiert. Die Unternehmer mögen die Entwicklungen und ihre Chancen inzwischen erkannt haben, aber noch handeln sie kaum danach, wie eine Vielzahl von Untersuchungen belegt, die Capital gesammelt ausgewertet hat.

Die Versäumnisse erstrecken sich demnach über fast alle Felder. Die Mittelständler investieren zu wenig in Digitales (laut Förderbank KfW tun das nur 25 Prozent). Sie bringen in viel zu kleiner Zahl einschlägige Innovationen hervor (wie das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ermittelte). Auch die Möglichkeit, mit Start-ups zu kooperieren oder spezialisierte Firmen zuzukaufen, nutzen sie zu selten (laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom). Noch immer scheuen viele Mittelständler digitale Vertriebswege (laut Ibi Research der Uni Regensburg), ihnen fehlt es an Vorstellungen von Datenökonomie (die einer Commerzbank-Studie zufolge nur acht Prozent nutzen), sie befassen sich nicht genug mit künstlicher Intelligenz (was sich nach Angaben der WHU weniger als 25 Prozent vorstellen können), und sie setzen kaum auf vernetzte Produktion (der Beratung Staufen zufolge tun das nur neun Prozent).

Natürlich gibt es stellenweise Verbesserungen. „Digitalisierung erfasst breite Teile des Mittelstands“, schrieb die staatliche Förderbank KfW im März noch euphorisch über ihren Bericht, in dem sie jährlich die Digitalisierungsfortschritte der mittelständischen Wirtschaft erfasst. Immerhin 30 Prozent der Mittelständler, so die Autoren, hätten im Untersuchungszeitraum von 2015 bis 2017 Digitalisierungsprojekte abgeschlossen, deutlich mehr als zuvor.

Doch betrachtet man die Ergebnisse näher, ist auch hier die Bilanz ernüchternd: „Die Mehrzahl der Mittelständler hinkt dem Stand der Technik hinterher“, fasst die KfW zusammen. Die Ausgaben sind kaum gestiegen, und sie machen nur einen Bruchteil dessen aus, was die Firmen in ihre traditionellen Geschäftsmodelle stecken.