RankingDiese Länder führen bei digitaler Bildung

Ein Schüler beim Unterricht per Computerimago images / Jochen Tack

Wer die digitale Bildung bislang vernachlässigt hat, hat in der Corona-Krise ein böses Erwachen erlebt. Weltweit standen Schulen und Universitäten schlagartig vor der Frage: Wie organisiert man sich online, wie funktioniert digitaler Unterricht, hat überhaupt jeder Schüler/Student Zugang zu einem Computer, geschweige denn Breitband-Internet?

Faktoren bei digitaler Bildung

Die digitale Lernplattform Preply hat untersucht, wie es im Sommer 2020 um das E-Learning in der OECD bestellt war. Dazu wurden drei Bereiche mit jeweils drei Faktoren untersucht:

#1 Digitale Bildung:

  • Anteil der Gesamtbevölkerung mit privatem Zugang zu einem Computer
  • Fernstudium: Zahl der Studiengänge und -kurse, die komplett online absolviert werden können
  • Bildungsausgaben: Anteil des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf, die der Staat je Student ausgibt (Daten der Weltbank, teils von 2016)

#2 Digitalisierung:

  • durchschnittliche Breitband-Internetgeschwindigkeit
  • durchschnittliche mobile Internetgeschwindigkeit
  • durchschnittliche monatliche Kosten für einen Breitband-Internetzugang

#3 Markt:

  • durchschnittlicher Stundenlohn eines Nachhilfelehrers in Euro
  • Zahl der Studenten, Schüler und Vorschüler (Daten der Weltbank)
  • Wachstum der Nutzerzahlen auf Preply

Alle Indikatoren wurden zu gleichen Teilen für die Endnote berücksichtigt. Die Untersuchung erlaubt interessante Vergleiche, wirft allerdings Fragen auf. So wurden einige Kategorien in Relation zur jeweiligen Gesamtbevölkerung gesetzt (beispielsweise der Anteil der Menschen mit Computerzugang). In anderen Bereichen wurden hingegen absolute Zahlen verglichen (Zahl der Schüler/Studenten und Online-Kurse). Die Kategorie „Markt“ ist zudem stark auf Preplys eigenes Geschäft ausgerichtet (die Plattform vermittelt Nachhilfelehrer). Es scheint fraglich, wie aussagekräftig diese Daten für die Bewertung von E-Learning in einem Land sind. Wir beschränken uns bei der Beschreibung der Ergebnisse deshalb auf die ersten beiden Sparten.

Die Daten wurden den Angaben zufolge am 15. Juli 2020 erhoben. Für 7 der 37 OECD-Mitglieder lagen Preply keine ausreichenden Zahlen vor. Deshalb wurden die folgenden Länder nicht berücksichtigt: Island, Israel, Kolumbien, Korea, Lettland, Litauen und Slowenien.