Einzelhandel Diese Corona-Waren bleiben jetzt liegen

Graffitimauer im Berliner Mauerpark während der Corona-Krise. Hier ist Gollum mit einer Rolle Klopapier und dem Säbelzahn-Eichhörnchen abgebildet
Graffitimauer im Berliner Mauerpark während der Corona-Krise. Hier ist Gollum mit einer Rolle Klopapier und dem Säbelzahn-Eichhörnchen abgebildet
© Jens Schicke / IMAGO
Viele Verbraucher sind nach Hamsterkäufen auf absehbare Zeit mit Nudeln und Toilettenpapier eingedeckt. Dementsprechend stark bricht die Nachfrage ein. Andere Bestseller bleiben hingegen gefragt

In vielen deutschen Haushalten gibt es dieser Tage ungewohnt häufig Nudeln zum Mittagessen. Schließlich gilt es, die in der ersten Corona-Panik angelegten Notvorräte aufzubrauchen. Die von manchen Bürgern befürchteten lang anhaltenden Versorgungsengpässe haben sich zum Glück bislang nicht bewahrheitet. Nach den extremen Hamsterkäufen sind auch bei Nudeln oder Toilettenpapier die Regale in den meisten Supermärkten und Drogerien wieder gut gefüllt. Dafür bricht jetzt die Nachfrage für diese Güter ein. Der Handel verzeichnete Mitte April beim Klopapier einen Rückgang von fast zwei Drittel. Das ergab eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts .

Toilettenpapier wird Ladenhüter

Dazu wurden die Verkaufszahlen ausgewählter Hygieneartikel und Lebensmittel aus der Kalenderwoche 16 vom 13. bis 19. April 2020 mit dem durchschnittlichen Absatz von August 2019 bis Januar 2020 verglichen.

Bei diesen Produkten fiel der Rückgang nach den Hamsterkäufen besonders hoch aus:

  1. Toilettenpapier: minus 65 Prozent (in Kalenderwoche 12 hatte sich der Absatz mit plus 211 Prozent mehr als verdreifacht)
  2. Zucker: minus 30 Prozent (Höchststand: Kalenderwoche 11 mit plus 101 Prozent)
  3. Reis: minus 27 Prozent (Höchststand: Kalenderwoche 10 mit plus 751 Prozent)
  4. Teigwaren: minus 27 Prozent (Höchststand: Kalenderwoche 10 mit plus 150 Prozent)
  5. Gemüsekonserven: minus 21 Prozent (Höchststand: Kalenderwoche 11 mit plus 137 Prozent)
  6. Passierte Tomaten: minus 18 Prozent (Höchststand: Kalenderwoche 11 mit plus 206 Prozent)

Bei einigen Lebensmitteln hielt die hohe Nachfrage Mitte April an. Hefe etwa war weiterhin 40 Prozent stärker gefragt als vorher. Bei frischem Gemüse verzeichneten die Statistiker einen Anstieg von zehn Prozent. Bei Wein (minus 34 Prozent) und Spirituosen (minus 21 Prozent) setzte sich der negative Trend der vergangenen Wochen fort.

Desinfektionsmittel weiterhin gefragt

Die Corona-Krise hat keine Auswirkung darauf, wie viel Toilettenpapier ein Mensch verbraucht. Anders sieht das bei Desinfektionsmitteln aus. Hier gab es dementsprechend Mitte April eine weiterhin überdurchschnittlich hohe Nachfrage. Das Plus betrug 71 Prozent. Das war aber nur noch ein Zehntel des Anstiegs aus Kalenderwoche 10 (plus 751 Prozent).

Der Absatz von Seife lag nur noch zehn Prozent über dem Mittelwert. Hier war der Hamsterkäufe-Höchststand in Kalenderwoche 12 (plus 337 Prozent) erreicht worden. Auch bei Kondomen ist dem Verbrauch offenbar Grenzen gesetzt. Der Absatz fiel nach dem Hoch von plus 56 Prozent in Kalenderwoche 12 auf jetzt minus acht Prozent.

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