Wochenrückblick„Deutschland geht es gut - sehr gut sogar“

Die Bauwirtschaft trug wesentlich zum Wachstum in Deutschland bei

Deutschland – die Wachstumsmaschine

Aufschwung und kein Ende: Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gewachsen. Es ist das achte Mal in Folge, dass das Bruttoinlandsprodukt zulegt und es ist das stärkste Wachstum seit sechs Jahren. Verantwortlich für den Boom sind der private Konsum, die Exporte, der Aufschwung am Bau und die wieder anziehenden Investitionen der Unternehmen, die um 3,5 Prozent zulegten.

Infografik: Deutschlands Wirtschaft wächst um 2,2 % | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Dass die Lage gut ist, mag momentan niemand bestreiten. „Deutschland geht es gut – sehr gut sogar“, sagte etwa der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. Volkswirte gehen davon aus, dass der Aufschwung 2018 anhalten wird. „In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft noch mal mit ähnlichem Tempo zulegen, ab kommenden Jahr dann aber wieder etwas an Schwung verlieren“, sagte Ferdinand Fichtner, Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). MM Warburg-Chefökonom Carsten Klude rechnet mit einem Wachstum von 2,8 Prozent in diesem Jahr. Die Binnennachfrage werde in nächster Zeit der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung sein, schrieb Klude auf Capital.de.

Die Gefahr einer konjunkturellen Überhitzung sehen die Experten nicht. Risiken für den Aufschwung gehen nach ihrer Einschätzung eher von internationalen Unwägbarkeiten aus. „Die größte Bedrohung für unseren Aufschwung ist das hohe Maß an internationaler Unsicherheit“, sagte Kempf. Explizit nannte er den britischen Ausstieg aus der EU als Gefahrenherd.

DIW-Konjunkturexperte Fichtner sieht bei der Beschäftigung „allmählich das Ende der Fahnenstange erreicht: Die demographische Entwicklung wird in den nächsten Jahren mehr und mehr zur Wachstumsbremse und uns gehen in Deutschland die Arbeitskräfte aus“. Für 2018 freilich lesen sich die Prognosen für den Arbeitsmarkt noch sehr gut: eine halbe Million neuer Jobs soll entstehen, die Zahl der Arbeitslosen könnte auf 2,5 Millionen sinken. Keine Frage, es sind wahrlich goldene Jahre für die Bundesrepublik.

Kodaks Bitcoin-Träume

Von Kodak war lange nichts mehr zu hören. Kein Wunder, nach der Pleite 2012 ist es ruhig um den einstigen Fotoriesen geworden. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas meldete sich das Unternehmen nun mit einem Paukenschlag zurück – zumindest medial. Kodak springt nämlich auf den mit Hochgeschwindigkeit fahrenden Zug für Kryptowährungen auf, was Anleger sofort elektrisierte. Die CES-Ankündigungen des Konzerns sorgten für einen Kurssprung der Aktie.

Konkret will die Firma einen KashMiner genannten Computer vermarkten, mit dem das Schürfen von Bitcoins erleichtert werden soll. Für 3400 Dollar können sich Bitcoin-Fans zwei Jahre lang an der Schaffung neuer Bitcoins beteiligen. Das Verfahren ist aufwendig und extrem stromfressend, weshalb Kodak die hohen Kosten über ein hauseigenes Kraftwerk finanzieren will. Der Gewinn soll geteilt werden: 50 Prozent für Kodak, 50 Prozent für die Käufer.

Besonders gut kamen die Pläne nicht weg:


Kodaks Pläne haben einen großen Haken: Die Rechnung geht nur auf, wenn der Bitcoin-Kurs stabil bleibt oder sich die Kryptowährung noch verteuert. Bricht der Kurs ein, ist der versprochene monatliche Gewinn von 375 Dollar Makulatur. Und noch ein zweites Problem stellt sich: Mit der Zeit wird der Aufwand für das Schürfen neuer Bitcoins immer größer. Wie Kodak diese Schwierigkeiten meistern will, verrät das Unternehmen nicht.
Aber damit nicht genug, Kodak will auch einen eigene Kryptowährung auf den Markt bringen: den KodakCoin. Die Währung soll auf der Blockchain-basierten Plattform KodakOne eingesetzt werden. Fotografen können dort ihre Werke registrieren und lizenzieren.

Kering stößt Puma ab

Der fränkische Sportartikelhersteller Puma hat an der Börse in den letzten Jahren kaum noch eine Rolle gespielt. Nach dem Einstieg des französischen Luxusmarken-Konzerns Kering war Puma wegen des geringen Streubesitzes im Kleinwertesegment SDax verschwunden. Das könnte sich bald ändern, weil Kering seine 70-prozentige Beteiligung an dem deutschen Unternehmen an die eigenen Anteilseigner verteilen will. Kommt es dazu, wird die Unternehmerfamilie Pinault über ihre Investmentgesellschaft Artemis mit 29 Prozent größter Einzelaktionär von Puma. Bei Kering verbleiben 16 Prozent.

Puma-Chef Bjørn Gulden begrüßte den Schritt des Mehrheitseigners. Das Unternehmen könne seine Strategie weiterverfolgen, die bereits gute Ergebnisse gezeigt hätte, sagte Gulden. Die Sportartikelfirma konzentriert sich nach einem Ausflug ins Mode- und Lifestylegeschäft wieder stärker auf Sport. Im vergangenen Jahr soll der Umsatz des Unternehmens um 16 Prozent auf 4 Mrd. Euro gestiegen sein.

Gulden hofft, dass Puma nach der Trennung attraktiver für Investoren wird, während Kering und Artemis als starke Partner mit an Bord blieben. Kering will sich stärker auf Luxusmarken wie Gucci, Brioni und Saint Laurent konzentrieren.