Interview"Regen bringt zehnmal soviel Umsatz"

Wie sehr freuen Sie sich über den Regen? 

Als Gründer: Riesig! Ich bin wahrscheinlich einer der ganz wenigen in Deutschland, für den es das ganze Jahr regnen könnte. Als Privatmann weiß ich allerdings durchaus auch Sonne zu schätzen. Ich habe, bis ich acht Jahre alt war, in Spanien gelebt, das prägt die Wettererwartung für den Rest des Lebens.

Stimmt es wirklich, dass viel Regen gut ist für den Umsatz? Warum ist es denn so?

An Regentagen verzeichnen wir zehnmal soviel Umsatz wie an trockenen Tagen. Der Grund ist simpel: Keiner denkt an Scheibenwischer, bis er nichts mehr sieht. Darum haben wir auch einen sehr hohen Mobile-Anteil: Die Autofahrer suchen an Regentagen noch auf dem Parkplatz mit dem Handy nach neuen Scheibenwischern.

Wie hoch ist Ihr Umsatz im Juli im Vergleich zum Vorjahr? 

Doppelt so hoch, obwohl auch der Sommer 2016 schon sehr verregnet war.

Haben Sie schon Lieferengpässe oder können Sie die Nachfrage bedienen?

Nach über sieben Jahren scheibenwischer.com können wir hervorragend prognostizieren, wie sich die Nachfrage mit den Jahreszeiten und zum Beispiel durch Werbekampagnen entwickelt. Engpässe gibt es daher keine, und wir liefern innerhalb von 24 Stunden.

Gibt es Muster, welche Autofahrer tauschen nun besonders ihr Scheibenwischer aus?

Ja unbedingt, die sind sehr wichtig für uns. Wir richten zum Beispiel unser Marketing und unsere Online-Shops daran aus. Allerdings sind das keine einfachen Muster nach dem Motto „VW öfter als Opel“. Wir haben ein Data- und Business Intelligence-Team, das Muster in den Daten findet und nutzbar macht.


Scheibenwischer.com wurde 2009 gegründet. Allerdings eher als Hobby, weil Andreas von Lochow noch für andere – ebenfalls gegründete Unternehmen – arbeitete. Ab 2013 wurde das Geschäft professionell betrieben. Heute verkauft der Online-Shop nach eigenen Angaben etwa 100.000 Scheibenwischer pro Jahr.