StimmungsbarometerCivey-Umfrage: Selbstständige fürchten um ihre Existenz

Viele Selbstständige und Unternehmen sind in der Corona-Krise auf staatliche Hilfen angewiesenimago images / Jörg Halisch

Deutschlands Arbeitnehmer bangen in der Corona-Pandemie dank der staatlichen Maßnahmen offenbar weniger um das Überleben ihres Unternehmens. Nach dem Stimmungsbarometer, das das Umfrageinstitut Civey für Capital erstellt, erwarten nur vier von zehn Berufstätigen, dass die Existenz ihres Betriebs trotz des aufgespannten Rettungsschirms bedroht ist. Eine überwiegende, knappe Mehrheit der Arbeitnehmer sieht diese Gefahr nicht. Weitaus mehr fürchten dagegen Selbstständige weiterhin einen Totalverlust.

Das Ergebnis ist Teil eines neu gestarteten Live-Lageberichts, den Civey exklusiv für Capital erstellt. Das Meinungsbild soll die Höhen und Tiefen der Stimmungslage in deutschen Unternehmen im Angesicht der Corona-Krise erfassen. Dafür befragt Civey wöchentlich rund um die Uhr bis zu 10.000 Bundesbürger ab 18 Jahren.

Am höchsten verbreitet sind demnach Verlustängste unter Beschäftigten von kleinen Betrieben, obwohl der Bund gerade vereinfachte Sofortkredite auch für den Mittelstand auf den Weg bringt. Zugleich ist die Stimmung dort recht gespalten: Pessimismus (46,5 Prozent) und Zuversicht (45,1 Prozent) halten sich nahezu die Waage. In großen und mittleren Unternehmen überwiegt der Optimismus: Dort gehen Arbeitnehmer mehrheitlich mit jeweils 58,7 und 54,7 Prozent davon aus, dass ihr Unternehmen nicht in existenzieller Gefahr ist.

Kampf ums Überleben

Unter privatwirtschaftlichen Entscheidern mittelständischer Firmen sehen vier von zehn ihren Betrieb von der Krise weiterhin bedroht – eine knappe Mehrheit dieser Befragten ist der Überzeugung, dass ihr Unternehmen den wirtschaftlichen Einbruch überleben wird. Wie die Umfrage weiter zeigt, hat knapp jeder achte in dieser Kategorie staatliche Soforthilfe beantragt, mehr als jeder Dritte schickte Beschäftigte in die Kurzarbeit. Elf Prozent haben sich um eine Stundung von Beiträgen oder Steuern bemüht.

Für Selbstständige stellt sich der Ausblick deutlich trüber dar: Trotz staatlicher Sofort- und Liquiditätshilfen halten mehr als die Hälfte der Befragten (55,7 Prozent) ihre existenzielle Bedrohung für nicht abgewandt. Rund 35 Prozent teilen die Befürchtung nicht. Zugleich geben nur drei von zehn Selbstständigen an, Soforthilfe beantragt zu haben. Fünf Prozent retten sich in die Grundsicherung. Mehr als die Hälfte der befragten Freischaffenden und Entscheider nehmen derzeit keine dieser Möglichkeiten in Anspruch.

Für jene, die mit staatlichen Zuschüssen Umsatzeinbußen überbrücken, um Betriebskosten wie Mieten bezahlen zu können, verliefen Beantragung und Bearbeitung auch nicht ganz reibungslos. Nur etwa jeder zweite Befragte hatte keinerlei nennenswerte Probleme.

Viele fanden sich jedoch im Auftragsstau wieder: Mehr als jeder achte hatte Schwierigkeiten, die zuständigen Portale zu erreichen. Etwa 15 Prozent beklagten Unklarheit über den Status ihres Antrags. Auch für die Auszahlung mussten offenbar doch einige bürokratischen Hürden überwunden werden. Etwa jeder fünfte berichtet über eine lange Wartezeit, bis das Geld auf dem Konto war.

Weitere Informationen zu der Umfrage finden Sie hier: https://app.civey.com/dashboards/unternehmen-unter-corona-vorschau-1947