Voice of AmericaBeer, Cars and Sauerkraut - Amerikaner lieben es deutsch

Deutsches Cafe in Tuscaloosa, Alabama
Deutsches Cafe in Tuscaloosa, AlabamaGetty Images

Manchen Deutschen ist es peinlich, deutsch zu sein. Genau so geht es Donald Trump. In seinem Buch „The Art of the Deal“ behauptete er, er stamme von schwedischen Vorfahren ab. Vielleicht hat Angela Merkel ihm deshalb bei einem ihrer Washington-Besuche eine historische Landkarte der Rheinpfalz mitgebracht, wo Trumps Großvater in Wirklichkeit geboren wurde – als kleine Gedächtnisstütze für den Fake-News-Präsidenten.

Um das deutsch-amerikanische Verhältnis steht es nicht gut. Die Bundesrepublik zahlt zu wenig für die NATO, Merkel spielt nicht Golf, Trump erklärt BMW und Mercedes zu nationalen Sicherheitsrisiken, Bundespräsident Steinmeier geht bei seiner Amerika-Visite auf maximale Distanz zum Weißen Haus.

Die aktuelle Capital
Die aktuelle Capital

Man könnte also glauben, dass man als Deutsche in den USA auf große Ablehnung stößt. Weit gefehlt. Während ich mich bei meinen Reisen durch Amerika in erster Linie als Journalistin sehe, bin ich für die Amerikaner vor allem: deutsch. Oft erweist sich das als Vorteil. Die gleichen Trump-Wähler, die „Mainstream-Medien“ verachten und Hassparolen gegen die Presse skandieren, plaudern freundlich mit der deutschen Korrespondentin. Wie Trump haben Millionen Amerikaner deutsche Wurzeln, aber anders als der Präsident sind die meisten Menschen stolz darauf. In South Carolina, Montana, Oregon, Alabama – überall löst mein Akzent freudige Reaktionen aus.

Der Ruf von deutschem Bier und deutschen Autos ist – trotz VW-Dieselgate – hervorragend. In einem Toyota-Autohaus vertraute mir ein Gebrauchtwagenhändler an, dass er privat einen Passat fahre – „und den würde ich nie mehr hergeben“. Selbst was Aldi hierzulande unter dem deutschsprachigen Label „Deutsche Küche“ verkauft, gilt als Delikatesse: Nuremberg Bratwurst, Butterkäse Slices, Cornichons with herbs, Muesli Bars, German Bean Soup und German Style Sauerkraut.

Ein flunkernder Holländer verkauft deutsches Brot

In der Einsamkeit der Colorado-Steppe hat die Bäckerei Forscher eröffnet, hinter deren Theke sich saftiges Roggenbrot, Plunderteilchen, Blechkuchen und Bienenstich stapeln – alles deutsche Ware. Einen Herrn Forscher gibt es allerdings nicht. Der Inhaber heißt in Wirklichkeit Chris Odekerken und kommt aus den Niederlanden. In Utah gibt er sich augenzwinkernd als Deutscher aus. „Odekerken können die Amerikaner nicht aussprechen“, sagt der 67-Jährige. Außerdem habe holländisches Brot keinen guten Ruf – anders als deutsches.

Vielleicht besinnt sich ja auch Trump noch. Ein Faible für deutsche Produkte scheint er jedenfalls zu haben. „Mein Lieblingsauto ist ein Mercedes“, gestand er in seinem Buch „Think Like a Billionaire“ – die Marke habe ihn „nie enttäuscht“. Es gibt also noch Hoffnung für die deutsch-amerikanische Freundschaft.