Energiepreise „Wir stehen erst am Anfang der Preissteigerungen“

Rohstoffanalyst Jeff Currie vor dem Gebäude der Goldman Sachs Group in London
Rohstoffanalyst Jeff Currie vor dem Gebäude der Goldman Sachs Group in London
© Dan Wilton
Deutschland und Europa müssen sich dauerhaft auf höhere Öl- und Gaspreise einstellen, sagt Jeff Currie, Rohstoff-Guru bei Goldman Sachs. Der Grund: Es wurde über Jahre zu wenig investiert

Capital: Deutschland und Europa wollen sich infolge des Ukrainekriegs möglichst komplett vom Rohstofflieferanten Russland lösen. Aber ist das überhaupt möglich?

JEFF CURRIE: Nein, das ist so einfach nicht möglich. Deutschland und Mitteleuropa haben ihre Industrie mit der Hilfe von billigem Gas aus Russland aufgebaut. Das mit Flüssiggaslieferungen auszugleichen, wird nicht funktionieren. Es ist billiger, BMW in den USA in der Nähe eines Gasfeldes zu bauen, als das Gas über die Weltmeere zu verschiffen und nach Europa zu bringen. Flüssiggas kann Pipelinegas nicht ersetzen. Es ist einfach zu teuer. Man muss es runterkühlen, in teuren Behältern transportieren, regasifizieren und dann wieder in eine Pipeline einspeisen. Das ist sinnlos.

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