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Frank Arnold Wie nutzt man die Business Mission?

Frank Arnold
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Eine Business Mission soll Klarheit schaffen, worum es einem Unternehmen geht. Aber wie wird man sich darüber im Klaren? Es gilt ein tiefes Verständnis für drei Bereiche zu entwickeln

Eine wirksame Business Mission vermag es widerzuspiegeln, dass das Unternehmen zweifelsfrei verstanden hat, in welchem Geschäft es tätig ist. Hierfür muss ein Unternehmen in drei Bereichen ein tiefes Verständnis aufbauen und bestimmte Annahmen zugrunde legen. Diese Bereiche sind: 

  • der Bedarf,
  • die Stärken und
  • die Überzeugungen.

#1 Der Bedarf

Um den Bedarf und das Umfeld zu verstehen, sollte man sich die folgenden Fragen stellen: 

  • Wer ist unser Kunde? 
  • Wer sollte unser Kunde sein? 
  • Wofür bezahlt uns der Kunde? 
  • Welchen Nutzen stiften wir ihm? 

Aber auch: Wer ist nicht unser Kunde und warum ist er es nicht? 

Die Antworten darauf sind alles andere als leicht zu finden und vor allem sind sie nicht selbstverständlich. Nur indem der Dissens über die Antworten ausdiskutiert wird, kann man zu einem Verständnis gelangen, das von den Menschen des Unternehmens geteilt und getragen wird.

#2 Die Stärken

Das Verstehen der eigenen Stärken und der Kernkompetenzen bildet den zweiten wesentlichen Baustein der Business Mission. Fragen, die man hier beantworten muss, sind: 

  • Was können wir besser als andere? 
  • Worin sind wir anderen zumindest ein bisschen überlegen? 
  • Wo haben wir vielleicht sogar eine führende Position im Markt? 

Die Antworten zeigen, auf welchen Stärken das Unternehmen aufbauen kann und wo gute Resultate erzielt werden können. Sie zeigen aber auch, welche Stärken auszubauen sind, damit eine Führungsposition erhalten oder erlangt werden kann. Zudem geben sie Hinweise auf einen etwaigen Verbesserungsbedarf. Darüber hinaus zeigen die Antworten aber auch, wo die Organisation keine Stärken hat und wo sie deshalb nicht tätig werden sollte. Letztlich geben die Antworten auch darüber Auskunft, welche Schwächen die Organisation aktuell daran hindern, ihre Stärken und ihr volles Potenzial zu entfalten.

#3 Die Überzeugungen

Das dritte Element der Business Mission ist das Verstehen der Überzeugungen und dessen, was das Unternehmen für sinnvoll hält. Die in diesem Bereich zu klärenden Fragen sind: 

  • Warum ist es für den Markt wichtig, dass wir diesen Beitrag leisten? 
  • Für welche Sache oder Aufgabe wollen wir uns einsetzen?
  • Warum ist das, was wir tun, sinnvoll? 
  • Wofür lohnt es sich, diesen Einsatz zu bringen? 
  • Für welche Werte wollen wir uns engagieren?

Das systematische Durchdenken und Erarbeiten dieser drei Elemente kann verhindern, dass die Business Mission, die ja den Kern des Unternehmens prägen soll, zu oberflächlich oder gar falsch definiert wird. Ob sich das Ergebnis der Diskussionen dann in einen elegant formulierten Slogan fassen lässt, ist zweitrangig. Wenn solch ein guter Slogan gelingt, ist das großartig, notwendig ist es aber keineswegs.

Notwendig ist vielmehr Klarheit darüber, worum es dem Unternehmen geht. Deshalb wird es besser sein, einige klare Sätze sorgfältig auszufeilen, die dann in der Tat Nutzen und Wirksamkeit stiften, anstatt sich eines beeindruckenden Slogans zu bedienen, der aber wirkungslos bleibt. „Craftsmanship“, nicht „Showmanship“ ist es, was zählt.

Denkanstoß für heute: 

  • Hast du in deinem Unternehmen eine klare Business Mission? Ist sie allen bekannt und wird sie gelebt? Falls nicht: Was kannst du dazu beitragen, dass die drei Elemente einer wirksamen Business Mission ernsthaft und ausführlich diskutiert werden?
  • Was kannst du tun, dass die Business Mission in deinem Unternehmen konkret umgesetzt wird? Welche Ergebnisse willst du binnen der nächsten sechs Monate erreichen und wer kann dir dabei helfen?

Dr. Frank Arnold ist Bestsellerautor sowie Berater für Unternehmens- und Führungskräfteentwicklung. Arnold beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit der Frage: Was ist gute Führung? Seine gleichnamige Kolumne erscheint wöchentlich an dieser Stelle und kann auch als Newsletter abonniert werden. Von Frank Arnold erschien bei Capital bereits die Artikelserie „Mein bester Rat“.


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