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Rund 6000 Nachwuchskräfte machen bei der Telekom aktuell ihre Ausbildung
Rund 6000 Nachwuchskräfte machen bei der Telekom aktuell ihre Ausbildungimago images / Future Image

Eigentlich wollte Abdullah Mokhtar BWL studieren. In seinem Vorstellungsgespräch bei der Deutschen Telekom ließ er sich dann aber überzeugen: Wirtschaftsinformatik werde in Zukunft immer wichtiger – und genau das macht der 20-Jährige nun in seinem dualen Studium. Er arbeitet dabei im Qualitätsmanagement und regelt die Zusammenarbeit der verschiedenen Mobilfunkanbieter, die die Netze der Telekom nutzen.

Gibt es ein Problem in einem Bereich, beispielsweise wenn Kunden Termine der Techniker häufig verlegen, sucht Mokhtar mit seinen Kollegen nach Lösungen. Das sind manchmal einfache Methoden wie eine Erinnerungsmail mit einer eingebauten Bestätigungsfunktion. „Das mag sich nach nicht viel anhören, hat aber zu einer signifikanten Verbesserung der Situation geführt“, sagt er.

Mokhtar steht vor einer Wand mit Kamelen in der Bonner Zentrale der Telekom. Das Großraumbüro „Kairo“ ist heute sein Arbeitsplatz. Er kann sich in der Regel jeden Tag einen der Schreibtische aussuchen und vorab online reservieren oder auch entscheiden, Zuhause zu arbeiten. „Das ist ein echtes Privileg. Ich kenne Kollegen, die nicht so einfach ins Homeoffice wechseln können – beispielsweise die Techniker, die die Rechenzentren betreuen“, sagt er.

Mokhtar ist einer von 6000 Auszubildenden und dualen Studenten der Telekom. Unter den Azubis gibt es eine breite Spanne von Berufsbildern: von jenen, die die Kunden in den Läden beraten, bis zu denen in der IT. Die Corona-Herausforderung ließ sich trotzdem bewältigen. „Wir haben innerhalb von drei Tagen unser Ausbildungskonzept auf den Kopf gestellt“, sagt Marina Kuttig, Leiterin der Nachwuchskräfteentwicklung.Für jeden Ausbildungsgang wurden eigene Lernpakete geschnürt, die man eigenständig von Zuhause aus bearbeiten konnte. Anschließend gab es Feedback von den Ausbildern.

Vorteil des Unternehmens: Die Nachwuchskräfte werden ohnehin seit 2016 mit Laptops und Smartphones ausgestattet, und nicht nur Mokhtar als Informatiker konnte so schnell ins Homeoffice wechseln. Dort aber nicht die Verbindung zu verlieren, war Kuttig wichtig: „Jede Nachwuchskraft soll mindestens drei persönliche Gespräche in der Woche mit einem Ausbilder führen.“

Für den angehenden Wirtschaftsinformatiker Mokthar ist diese enge Betreuung einer der Gründe, weshalb er sich für ein duales Studium bei der Deutschen Telekom entschieden hat. „Ich habe immer einen Ansprechpartner: Für meine Arbeit meinen Business Experten und für mein Studium meine Studienbegleiterin“, sagt er.

Sein „Business Experte“, ein erfahrener Kollege aus dem Berufsalltag, heißt Patrick Schmidt. Ihm ist vor allem die Selbstständigkeit seiner Schützlinge wichtig – auch schon vor der Coronakrise. „Gerade in der IT sind eigene Vorgehensweisen und kreative Lösungen gefragt“, sagt Schmidt. Daher versucht er, den Auszubildenden so wenig wie möglich vorzugeben und sie über Probleme ausgiebig grübeln zu lassen. Natürlich steht er immer bereit, wenn jemand gar nicht mehr weiterkommt. „Das mag im ersten Moment vielleicht anstrengend sein, ist aber für den Berufsalltag später umso wichtiger“, sagt er. Denn dann gebe es auch keinen Ausbilder mehr, der einem alles abnehmen könne.

Kommunikation per Telefon und Video gehört zum Kerngeschäft der Deutschen Telekom. Das war für die Personalverantwortlichen in der Coronakrise zumindest keine große Umstellung. Das Recruiting der Bewerber lief seit dem vergangenen Jahr ohnehin schon zu drei Vierteln virtuell. Für die Anwerbung des nächsten Azubi-Jahrgangs ist der Konzern damit auch bereits gerüstet.


Capital hat Deutschlands beste Ausbilder gekürt: Zum vierten Mal wurden in einer umfangreichen Studie 510 deutsche Unternehmen ausgezeichnet – erschienen in Capital-Heft 11/2020. Hier geht es zum Kiosk-Shop. Die kompletten Ergebnisse der Studie finden Sie hier.