New WorkMotivation: 5 Tipps für mehr Spaß im Büro

Mitarbeiter am Tisch im Büro
Symbolbild: Mitarbeiter im BüroGetty Images

Vielleicht liegt es nur an diesem psychologischen Effekt. Die meisten Menschen reagieren auf negative Stimmungen extremer als auf positive. Wenn etwas nicht ganz rund läuft, ist es gleich desaströs. Wenn es dagegen gut läuft, ist es nur ganz okay. So würden sich zumindest die Studien erklären, nach denen zwei Drittel der Beschäftigten in Deutschland mit ihrer Arbeit unzufrieden sind. Wie auch immer: Das Ergebnis ist katastrophal. Denn so fühlen die Mitarbeiter. Punkt!

Dem Arbeitgeber kann und darf das nicht egal sein, hat er doch eine Fürsorgepflicht für seine Leute. Und schon aus reinstem Eigeninteresse sollte ihm daran liegen, dass die Angestellten Spaß im Job haben und zufrieden sind. Denn wer zufrieden mit der Arbeit ist, identifiziert sich mehr mit der Firma. Er ist loyaler und engagierter, leistungsbereiter und -fähiger. Warum einen neuen Job suchen, wenn der alte Spaß macht? In Zeiten des Fachkräftemangels sollten Chefs froh über jeden engagierten Mitarbeiter sein. Stattdessen gibt es immer noch Führungskräfte, die glauben, die Angestellten müssten jeden Tag dankbar sein, unter ihnen zu arbeiten. Solche Einstellungen sind es, die die Mitarbeiter nachts nicht schlafen und tagsüber nicht lachen lassen. Aber damit ist jetzt Schluss.

Das US-amerikanische National Business Research Institute gibt fünf – einfache – Tipps, die sich positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirken.

#Mitarbeiter einbinden

Studien haben ergeben, dass Mitarbeiter, die in Projekte eingebunden werden, zufriedener sind. Wichtig ist, dass ihre Meinung wertgeschätzt wird, dass sie sich einbringen und gestalten können. Das schafft Vertrauen. Projekte geben den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich in Szene zu setzen, sich zu beweisen. Führungskräfte können projektbezogene Posten vergeben, Verantwortlichkeiten schaffen. Denn wer nur Vorgaben „von oben“ umsetzen soll, wird das als Misstrauen in seine eigenen Fähigkeiten sehen. Wenn der Chef am Ende alles selbst vorgibt, immer seine Meinung durchsetzt, warum soll der Mitarbeiter sich noch eigene Gedanken machen?

#Stress vermeiden

Stress muss nicht immer schlecht sein. Er kann sogar der letzte Kick sein, um die Arbeit zu pushen. Wie ein Espresso am Morgen. Doch Vorsicht! Stress darf nie zum Dauerzustand werden. Dann macht Stress nicht nur unzufrieden, sondern auch krank. Arbeitgeber sollten auf eine ausreichende Work-Life-Balance achten. Wer sich für ein Projekt aufopfert, sollte Anerkennung in Form von Ausgleich bekommen. Der kann finanzieller Natur sein oder auch Freizeit bedeuten. Im besten Fall lebt der Chef dieses Modell vor. Die falsche Motivation ist: „Mensch, das haben Sie ja toll gemacht. Jetzt machen Sie das gleiche doch noch mal bei Projekt xy.“ Das Problem bei guten Mitarbeitern ist, dass der Chef dazu neigen wird, ihnen immer mehr Arbeit aufzubürden. Einerseits ist das zwar ein Vertrauensbeweis, weil der Chef die Arbeit in guten Händen weiß. Andererseits besteht die Gefahr, den Mitarbeiter zu überlasten. Zudem besteht die Gefahr, dass andere Teammitglieder um ihre Chance beraubt werden, sich zu beweisen. Das kann zu Ärger führen.

#Der gute Chef

Die Zufriedenheit im Job hängt – das sagen alle Studien – von den Fähigkeiten der Vorgesetzten ab. Doch was macht eigentlich einen Boss zu einem guten Boss? Die Fähigkeit, das Unternehmen erfolgreich zu führen? Den Umsatz zu steigern? Sicherlich, aber in den Augen der Mitarbeiter sind es die Führungsqualitäten. Ein guter Chef muss das Team motivieren können, fair und noch mehr ein Vorbild sein. Er muss nicht in allem Recht haben, vielmehr braucht er das Selbstvertrauen auch andere Meinungen zuzulassen. Er muss die Größe haben, Fehler einzugestehen. Das schafft Vertrauen. Und ein Team, das hinter dem Chef steht, wird das Unternehmen auch wirtschaftlich nach vorne bringen.

#Faire Bezahlung

Für viele Mitarbeiter spielt das Gehalt mittlerweile eine untergeordnete Rolle, sofern es für die Branche einigermaßen fair ist. Andere Benefits wie flexibles Arbeiten, Homeoffice, die Möglichkeit zu Sabbaticals, Freizeitausgleich bei Überstunden oder einfach ein gutes Arbeitsklima wiegen schwerer. Kleine Boni sorgen natürlich für die Extraportion an Zufriedenheit. Besonders, wenn sie an konkrete Projekte geknüpft sind.

#Wertschätzung

Vertrauen ist die größte Wertschätzung. Mitarbeiter, die Entscheidungen treffen, sind zufriedener – auch das haben Studien belegt. Ein guter Chef lässt daher sein Team bei wichtigen Entscheidungen auch nicht außen vor, sondern legt Wert auf deren Meinung. Er kommuniziert offen, teilt Informationen. Fragen nach dem Geschäftsverlauf beantwortet er beispielsweise nicht mit Floskeln wie: „Lasst das mal meine Sorge sein“ und schließt damit sein Team aus. Denn es sind nicht nur „seine Sorgen“, sie betreffen jeden Mitarbeiter. Wenn es um Arbeitsabläufe geht, sollte es nicht heißen: „Wir haben das immer schon so gemacht“. Sondern: „Wie würdet Ihr das machen?“