Beste Ausbilder Die Talentschmieder von Krieger + Schramm

Baustelle von Krieger + Schramm
Baustelle von Krieger + Schramm
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Der Baudienstleister und Projektentwickler Krieger + Schramm aus einer kleinen thüringischen Gemeinde will Schüler aus der Region für das Handwerk begeistern

Michael Fuhlrott, Personalleiter von Krieger + Schramm , macht sich keine Illusionen: „Dingelstädt ist keine Supermetropole.“ In der thüringischen Gemeinde mit 7000 Einwohnern hat der Baudienstleister und Projektentwickler – 120 Mitarbeiter, 50 Millionen Euro Umsatz – seinen Firmensitz.

„Unsere größte Aufgabe ist es, Schüler aus der Region zu gewinnen, zu entwickeln und zu binden“, sagt Fuhlrott. Viele Unternehmen präsentieren ihr Ausbildungsprogramm in Schulen. Bei Krieger + Schramm geht man einen Schritt weiter: Sie haben hier vor fünf Jahren eine „Talent Company“ eingerichtet. In einer Dingelstädter Schule ließ das Unternehmen einen Raum kernsanieren und mit Computern, Beamer, Leinwand, Arbeitsinseln und Lounge-Ecke ausstatten. Kosten: 50.000 Euro.

Dort sollen alle Aktivitäten zur Berufsorientierung gebündelt und Gespräche und Veranstaltungen abgehalten werden, auch mit anderen Firmen. „Der hochwertige und exklusive Raum soll dem Thema ­einen anderen Stellenwert geben“, so Fuhlrott. Initiiert und unterstützt hat das Projekt die gemeinnützige Strahlemann-Stiftung aus Heppenheim. 33 Talent Companys gibt es bundesweit, Krieger + Schramm hat die erste in Ostdeutschland gegründet. Zwei weitere sollen folgen.

„Wir können den Erfolg messen“, sagt Fuhlrott. „Das ist ein Baustein unserer Aktivitäten.“ Das Unternehmen bildet rund zehn Maurer, Dachdecker, Poliere und Bauzeichner pro Jahr aus und bietet neben der klassischen Lehre auch ein duales Studium sowie den Einsatz in den Niederlassungen Frankfurt, Kassel, Berlin und München. „Wir wollen den jungen Leuten aus Dingelstädt, hier einen sicheren Arbeitsplatz bieten, aber auch die Perspektive geben, mal rauszukommen“, sagt Fuhlrott.

Die Baubranche boomt, viele Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften. Den Nachwuchs vor allem für körperlich anstrengende Tätigkeiten im Handwerk zu begeistern ist schwer. Wer da nicht mit viel Geld locken kann, muss sich etwas anderes einfallen lassen.

Maurer bekommen bei Krieger + Schramm im ersten Lehrjahr 900 Euro, das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei rund 2.500 Euro. „Wir sind bestimmt nicht die bestbezahlenden Arbeitgeber in der Region“, sagt Fuhlrott. Aber wir bieten unseren Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten, gehen auf individuelle Bedürfnisse und Stärken ein und legen sehr viel Wert auf Fort- und Weiterbildung. „Die jungen Leute sagen uns auch, dass es ihnen wichtig ist, nicht auf der Stelle stehen zu bleiben.“

Auch im Handwerk planen heute schon viele frühzeitig ihre weitere Karriere. Da gibt es den Maurer-Lehrling, der im dritten Lehrjahr weiß, dass er im Anschluss noch den Techniker im Hochbau machen möchte, um dann Polier zu werden. „Wir versuchen, das allen zu ermöglichen“, so Fuhlrott.

Firmengründer Matthias Krieger will jüngere Mitarbeiter zu Eigenständigkeit und Leistung anspornen. Für die unter 30-Jährigen gibt es die Projektgruppe „Jugend im Unternehmen“. Die hat im vergangenen Jahr eine Mitarbeitertour auf den Kilimandscharo organisiert – samt Reise, Unterkunft und Bergführer. Zwei Drittel der Kosten hat Krieger übernommen, den Rest die Mitarbeiter.

Capital hat Deutschlands beste Ausbilder gekürt: Zum dritten Mal wurden in einer umfangreichen Studie mehr als 600 deutsche Unternehmen ausgezeichnet – erschienen in Capital-Heft 11/2019. Hier geht es zum Kiosk-Shop. Die kompletten Ergebnisse der Studie finden Sie hier.


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