ExklusivDie Job-Skills der Zukunft

Im Bewerbungsgespräch der Zukunft wird es zunehmend auf digitale und disruptive Fähigkeiten ankommen. Das zeigt eine neue Studie vom Karriere-Netzwerk LinkedIn. Die Umfrage unter deutschen Geschäftsführern und Personalern liegt Capital exklusiv vor. Laut Studie werden in den kommenden zehn Jahren neben interkultureller Kompetenz vor allem zwei Fähigkeiten am meisten an Bedeutung gewinnen: Veränderungsprozesse zu steuern sowie ein Verständnis für Programmierung zu haben.

Die Studie ist ein weiterer Beleg, wie die Digitalisierung zunehmend die Arbeitswelt prägt. Das Thema wird unter dem Schlagwort „Arbeit 4.0“ derzeit intensiv diskutiert. Die digitale Revolution und die wachsende Automatisierung beginnt Arbeitsmodelle radikal zu verändern, mit allen damit verbundenen Hoffnungen und Ängsten. Was das konkret für gefragte Fähigkeiten im Job bedeutet, zeigt die aktuelle Umfrage. 

Bei den gefragten Hard Skills bleibt Wissensmanagement offenbar die wichtigste Schlüsselfertigkeit für viele Personaler. Über 90 Prozent der Entscheider bewerten sie in der Umfrage als wichtig. Datenanalyse- und Interpretationsfähigkeiten folgt bereits an zweiter Stelle. Allgemeine Digitalkompetenz und ein Verständnis für Programmierung holen laut LinkedIn stark auf. Sogenannte Schnittstellenfähigkeit ist die gefragteste soziale Kompetenz laut Umfrage. Danach folgen Führungskompetenz und Unternehmergeist

Zusätzlich zur Umfrage hat LinkedIn analysiert, welche Fähigkeiten Mitglieder in ihren eigenen Profilen angeben. Unter den Top-100 Fähigkeiten der mehr als sechs Millionen Mitglieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz fehlen jedoch Fähigkeiten wie „Wissensmanagement“ oder „Kreativität“ – Eigenschaften, die laut Umfrage mindestens 60 Prozent der Entscheider heute und in Zukunft für wichtig halten. Zudem tauchen andere von Personalern gefragte Fähigkeiten wie Unternehmergeist, Change Management oder Interkulturelle Fertigkeiten erst im unteren Drittel der Liste auf.

Die Ergebnisse der Studie wurden auch in einer Karte auf regionale Ebene heruntergebrochen. So lassen sich leichte Unterschiede bei den Anforderungen an Job-Fähigkeiten je nach Stadt und Bundesland erkennen. So sind in Berlin beispielsweise die Anforderungen im Bereich Analyse und Umgang mit Daten besonders groß. In weiten Teilen der Republik gleichermaßen stark ist die wachsende Bedeutung von Digitalkompetenz und Programmierkenntnissen.

Eine weitere von LinkedIn untersuchte Frage: Tun die Unternehmen genug, um die Mitarbeiter an die geforderten Skills heranzuführen? Hier ergibt sich ein unterschiedliches Bild. Knapp ein Drittel der Unternehmen investiert aktiv in die Fortbildung von Fachkräften, um für den digitalen Wandel besser aufgestellt zu sein. Etwa ein Fünftel der Befragten  tut sich allerdings schwer damit, geeignete Trainer für die neuen Fähigkeiten zu finden. Die Mehrheit der Befragten gab an, dass der Markt durchaus Fachkräfte mit den gesuchten Fertigkeiten zu bieten habe. Die Antwort „Schwer zu finden“ wurde nur immerhin nur zu rund einem Drittel genannt. Diese seien aber gut der Hälfte der Befragten zu teuer.