KarriereWenn das Privatleben zum inoffiziellen Homeoffice wird

Heimlicher Arbeitsplatz U-Bahn oder Sofa: Viele Menschen stecken im inoffiziellen Homeoffice fest. Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Heimlicher Arbeitsplatz U-Bahn oder Sofa: Viele Menschen stecken im inoffiziellen Homeoffice fest. Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Sie machen nie Homeoffice? Dann schauen Sie mal ganz genau hin. Dank der digitalen Technik schleicht sich die Arbeit unauffällig, aber umso hartnäckiger ins Privatleben. Mit diesen Fehlern wird das inoffizielle (und unbezahlte) Homeoffice schnell zum Alltag.

Homeoffice-Fehler #1: Sie sind immer erreichbar

Es hat schon einen tieferen Grund, warum manche Berufsgruppen für Bereitschaftsdienst bezahlt werden. Trotzdem ist es für wohl die meisten Berufstätigen völlig selbstverständlich, in der Freizeit für den Arbeitgeber oder für Kollegen erreichbar zu sein. Das ist generell ja auch in Ordnung – wenn sich die Kontakte auf eine Handvoll Notfälle pro Jahr beschränken. Nicht selten aber ist die Kommunikation in der Freizeit eher die Regel als die Ausnahme. Dabei könnten die E-Mail meist durchaus bis Montagmorgen warten.

Diese ständige Erreichbarkeit beeinträchtigt die Erholung nicht nur in den wenigen Minuten, die für eine Antwort nötig sind. Ist das inoffizielle Homeoffice zum Normalfall geworden, fällt es umso schwerer, wirklich abzuschalten. Ihr Chef schickt gern am Wochenende unwichtige Mails und erwartet umgehend eine Antwort? Richten Sie für das Wochenende eine Abwesenheitsnotiz ein, etwa „Ich bin ab Montagmorgen wieder erreichbar. In Notfällen kontaktieren Sie mich unter…“. Auf diese Weise signalisieren Sie Gesprächsbereitschaft, erhöhen aber die Hürde für die Kontaktaufnahme außerhalb der Arbeitszeit. Jetzt müssen Sie es sich nur noch abgewöhnen, den Posteingang bei der Arbeit zu checken.

Homeoffice-Fehler #2: Sie arbeiten auf dem Weg ins Büro

Dank Smartphone und Cloud-Diensten haben viele Menschen das Büro quasi in der Tasche. Da ist es naheliegend, auf dem Weg zur Arbeit schon mal E-Mails zu lesen oder sich die letzten Kleinigkeiten des Tages für den Nachhauseweg aufzuheben. Stellt sich nur die Frage: Müssen Angestellte Ihre Arbeitszeit wirklich aus freien Stücken verlängern? Überlegen Sie, ob Ihre reguläre Arbeitszeit wirklich nicht ausreicht, um alle nötigen Aufgaben zu erledigen. Oft ist Zeitnot eher eine Frage der Organisation.

Das inoffizielle Homeoffice auf dem Arbeitsweg kann zudem Ausdruck einer zu geringen Wertschätzung der eigenen Freizeit sein. Nein, der Arbeitsweg ist keine Arbeitszeit, sondern der letzte private Freiraum vor und der erste private Freiraum nach dem Job. Lernen Sie ihn wertzuschätzen und nutzen Sie ihn für eigene Interessen.

Homeoffice-Fehler #3: Sie schalten nicht ab

Das Diensthandy ist aus und trotzdem ist der Job stets allgegenwärtig. Das ist nur normal, schließlich nimmt die Arbeit den größten Teil unserer wachen Zeit in Anspruch. Doch selbst, wenn Sie für ihren Job brennen, ist es wichtig, ihn bewusst zu ignorieren. Wer spätestens nach dem Mittagessen am Sonntag mental schon wieder halb am Arbeitsplatz sitzt, tut sich keinen Gefallen. Das alles ist natürlich leichter gesagt als getan. Aber auch Selbstständige oder Manager sollten sich bewusst einen Tag (oder wenigsten halben Tag) pro Woche gönnen, an dem sie rein gar nicht an die Arbeit denken.

Diese klare Trennlinie zwischen Beruf und Privatleben kann im Umkehrschluss ebenfalls bedeuten, weniger Privates in den Arbeitstag einfließen zu lassen. Wer darauf verzichtet, auf Kosten des Arbeitgebers persönliche E-Mails zu schreiben oder mal eben im Internet einzukaufen, kann mit umso reinerem Gewissen die Freizeit zur arbeitsfreien Zone erklären.