WohnenSo erfüllen Sie sich Ihre Wohnträume

Wohnen kann ein teures Vergnügen sein, aber man kann sich den Wunsch trotzdem erfüllen
Wie klappt das MIt dem Traumhaus? Capital gibt Tipps. Foto: IMAGO / Westend61IMAGO / Westend61

„Wohnst du noch oder lebst du schon?“, fragte Ikea einst in einem Werbespot die Fernsehzuschauer, und viele würden heute wohl entgegnen, dass das für sie eigentlich auf dasselbe hinausläuft. In einer Studie des Baufinanzierungsspezialisten Interhyp antworteten 97 Prozent der mehr als 2000 Teilnehmer auf die Frage, was ihnen im Leben wichtig sei: ein schönes Zuhause. Karriere oder Freunde sind demnach nicht so bedeutend wie heimelige vier Wände. Die „Wohntraumstudie“ der Interhyp zeigt, was sich die Deutschen konkret von ihrem Zuhause wünschen. Capital gibt Tipps, wie man sie sich erfüllen kann.

#1 Einfamilienhaus statt Mietwohnung:

Trotz aller Diskussionen über Wohnraumknappheit und die Notwendigkeit von Verdichtung: Die meisten Deutschen wünschen sich ein freistehendes Einfamilienhaus. Rund 65 Prozent der Befragten träumen davon – fünf Prozentpunkte mehr als vor drei Jahren. „Die medial diskutierten Wohntrends lösen wenig Begeisterung aus“, konstatiert Interhyp-Vorständin Mirjam Mohr. Zugleich befürchten immer mehr Deutsche angesichts der hohen Immobilienpreise, sich kein Wohneigentum mehr leisten zu können.

  • Wer in seinem eigenen Haus wohnen will, muss sich um die passende Finanzierung kümmern. Wenigstens an dieser Front sieht es derzeit gut aus. Die Zinsen für Baugeld sind zwar zuletzt gestiegen, liegen aber im Langfrist-Vergleich immer noch sehr tief. Der Aufwärtstrend scheint zudem fürs Erste gestoppt. Kaufinteressenten haben genug Zeit, um ihre Finanzierung in Ruhe zu planen, ehe es weiter aufwärts geht, schätzt Michael Neumann, Vorstandschef des Finanzvertriebs Dr. Klein. Überdies sind nicht nur die Immobilienpreise in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen, sondern auch die Einkommen der Deutschen. Wohneigentum ist deshalb heute im Schnitt erschwinglicher als früher. Dazu passt, dass die große Mehrheit der Immobilienbesitzer laut Interhyp-Studie mit ihrer Kaufentscheidung zufrieden ist und sich finanziell nicht überlastet fühlt. Ein Problem ist allerdings, dass es vielen Kaufinteressenten an Eigenkapital für die Finanzierung mangelt. Hier hilft nur sparen.

#2 Mehr Platz:

Drei von vier Befragten in der „Wohntraumstudie“ würden gern auf mehr als 100 Quadratmetern leben. Mieter verfügen im Schnitt allerdings „nur“ über 80 Quadratmeter Wohnfläche. Vor allem in Metropolen sind sehr große und trotzdem bezahlbare Wohnungen Mangelware und spätestens seit den diversen Corona-Lockdowns begehrter denn je. Daran dürfte sich so bald nichts ändern. Zwar zieht es seit Beginn der Pandemie mehr Menschen in die Speckgürtel, auf der Suche mehr Raum und Ruhe. Die Nachfrage nach Wohnraum nimmt dadurch in den Städten aber bislang nicht spürbar ab, zeigen Untersuchungen.

  • Eine größere Wohnung lässt sich nicht herbeizaubern – wohl aber die Illusion von Platz. Eine Möglichkeit, Raum zu schaffen, sind Multifunktionsmöbel: Schlafsofas, Ausziehtische, Hochbetten. An Dachschrägen, in Ecken und unter Treppen gibt es zudem oft ungenutzten Stauraum, dessen Potenzial man mit speziell angepassten Schränken oder Regalen ausschöpfen kann. Für mehr Platz zum Leben lohnt es sich auch, Möbel in die Höhe zu bauen und Räume bis zur Decke zu nutzen.

#3 Ein Garten:

In den Träumen der Deutschen ist das eigene Häuschen nicht links und rechts von anderen Häusern eingeklemmt, sondern sie wohnen frei von einem Garten umgeben. Ein bisschen eigenes Grün dürfte für viele Menschen sogar ein wichtiger Grund dafür sein, sich ein Haus zu wünschen, denn Wohnungen – auch Eigentumswohnungen – mit Garten sind rar gesät. Laut Interhyp-Studie wünschen sich zudem 93 Prozent der Bundesbürger beim Blick aus dem Fenster eine schöne Aussicht. Ein Blick auf selbst angelegte Beete und selbst gepflanzte Bäume dürfte dafür qualifizieren.

  • Wer Pflanzen liebt und einen Balkon hat, kann sich zumindest dort austoben und eine grüne Oase schaffen. Wem das nicht genügt oder wer weder Balkon noch Terrasse zur Wohnung zählen kann, dem bleibt eigentlich nur die Bewerbung um einen Schrebergarten. Bewerben kann man sich bei Kleingartenkolonien, die meist von Vereinen verwaltet werden. Die Wartelisten sind allerdings nicht erst seit Corona sehr lang, Bewerber müssen also viel Geduld mitbringen. Weitere Möglichkeiten, etwas Grün zu genießen, sind Pacht oder Kauf eines Kleingartens, der weiter außerhalb liegt. Oder die Beteiligung an einem Urban-Gardening-Projekt.

#4 Solaranlage auf dem Dach:

An gutem Willen mangelt es nicht: 56 Prozent der „Wohntraum“-Befragten wünschen sich eine energiesparende Isolierung für ihre vier Wände, 44 Prozent hätten gern eine Solaranlage. Die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft in diesem Punkt allerdings besonders breit. Gerade einmal 14 Prozent der Umfrageteilnehmer haben ihren Wohnraum energiesparend verkleidet, nur 10 Prozent verfügen über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.

  • Wer zur Miete wohnt, kann an der Wärmedämmung wenig machen. In Sachen Solarstrom können Mieter zumindest in kleinem Maßstab tätig werden, wenn zur Wohnung ein Balkon oder eine Terrasse gehört: mit sogenannten Balkon-Modulen oder Plug-and-Play-Solaranlagen. Mit den kleinen Stecker-Geräten lässt sich Strom für den Eigenbedarf erzeugen. Wer dagegen ein Haus besitzt, hat eigentlich keine Ausrede, den Traum vom energieeffizienten, solarbeheizten Heim nicht Wirklichkeit werden zu lassen: Von der staatlichen Förderbank KfW gibt es zahlreiche Zuschüsse und günstige Kredite, um Neubauten und Bestandsimmobilien energieeffizienter zu gestalten.

#5 Barrierefreiheit:

Auch bei der Barrierefreiheit gibt es eine deutliche Diskrepanz zwischen Traum und Realität. Rund 44 Prozent wünschen sie sich, nur 11 Prozent haben sie. Dabei ist es durchaus sinnvoll, barrierefrei zu wohnen und dementsprechend zu bauen oder umzubauen, nicht nur mit Blick auf eventuelle Mobilitätseinschränkungen im Alter. Wohnraum ohne Barrieren ist in Deutschland sehr knapp. Menschen, die darauf angewiesen sind, müssen oft enorme Kompromisse eingehen, um eine Wohnung zu finden.

  • Mieter dürfen Wohnraum nur dann barrierefrei umbauen, wenn sie ein berechtigtes Interesse daran haben. Etwa dann, wenn sie nach einem Unfall im Rollstuhl sitzen. Selbst dann gibt es zahlreiche Fallstricke bei der Absprache mit dem Vermieter. Es stellt sich die Frage, wer die Kosten des Umbaus übernimmt. Eigenheimbesitzer sind klar im Vorteil: Sie können ihr Haus oder ihre Wohnung so barrierefrei gestalten, wie sie wollen – und bekommen dafür von der KfW einen Investitionszuschuss von bis zu 6250 Euro.

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