Ratgeber Schrebergarten: Das muss man wissen

Symbolbild Schrebergarten
Symbolbild Schrebergarten
© IMAGO / imagebroker
Viele Menschen träumen in der Corona-Krise vom Schrebergarten – und stellen fest: So einfach ist das Ganze nicht. Das müssen angehende Kleingärtner über Kosten und Regeln wissen

#1 Schrebergarten: kaufen oder pachten?

Zunächst einmal gilt: Schrebergarten ist nicht gleich Kleingarten. Kleingärten befinden „sich oft in ländlichen Regionen und werden meist zum Kauf angeboten. Die Quadratmeterpreise liegen häufig im zweistelligen Bereich“, informiert die Sparkasse in einem Online-Ratgeber. Im Kleingarten kann der Besitzer nach eigenem Gutdünken walten. Ganz anders sieht das beim Schrebergarten in der Stadt aus. Hier wird Land meist von der Kommune, der Bahn oder einer Kirche, gepachtet. Die Kosten sind auf niedrigem Niveau gedeckelt. „Erlaubt ist höchstens das Vierfache der ortsüblichen Pacht, die im erwerbsmäßigen Obst- und Gemüseanbau verlangt wird“, heißt es bei der Stiftung Warentest . Dieses Privileg ist allerdings mit diversen Auflagen verbunden.

#2 Mitglied in der Kleingartenkolonie

Wer im Gartenidyll Vorschriften und aufmerksamen Nachbarn entkommen möchte, gerät beim Schrebergarten möglicherweise vom Regen in die Traufe. Denn wer ein Grundstück in einer Kleingartenkolonie oder einem Gartenverein pachten will, muss in dem gemeinnützigen Verein Mitglied werden. „Kleingärtner sollten sich daher nicht nur für Grillen und Gartenpflege begeistern, sondern auch für das Vereinsleben. Dazu gehören neben gemeinsamen Festen Arbeitseinsätze für die Kolonie, um beispielsweise das Vereinshaus in Schuss zu halten oder die Gemeinschaftswege zu pflegen“, warnt die Stiftung Warentest.

#3 Regeln für den Kleingarten

Hinzu kommen diverse Regeln für das Zusammenleben in der Kolonie. Eine der wichtigsten lautet laut Stiftung Warentest: Kleingartenpächter müssen Obst und Gemüse anbauen. „Ein reiner Ziergarten mit Grillplatz, Häuschen, Rasen und Sträuchern entspricht nicht der kleingärtnerischen Nutzung, genauso wenig wie eine Spielwiese für Kinder auf der gesamten Fläche. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen Kleingärtner auf mindestens einem Drittel der Fläche Obst und Gemüse für den eigenen Bedarf anbauen (Az. III ZR 281/03).“ Diese sogenannte Fruchtquote werde vom Verein überprüft.

#4 So findet man einen Schrebergarten

Wer sich von alldem nicht abschrecken lässt, steht vor der Frage: Wo gibt es überhaupt freie Schrebergärten? Die Experten raten vor allem dazu, Kleingartenkolonien in der Umgebung zu erkunden und Anwohner über mögliche freie Parzellen zu befragen. Lokale Vereine lassen sich auch über die Internetseite des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde finden. Aber wie meist müssen Interessenten viel Geduld mitbringen, jemanden kennen oder aber Glück haben. „In Berlin müssen Sie mit drei bis vier Jahren Wartezeit rechnen, in München mit fünf Jahren. In Erfurt sind es zwischen zwei und drei Jahren“, informiert die Sparkasse.

#5 Was kostet ein Schrebergarten?

Für die Pacht müssen laut der Sparkasse einschließlich von Posten wie Mitgliedsbeitrag, Versicherungen und Betriebskosten im Schnitt mit 300 bis 400 Euro im Jahr gerechnet werden. Allerdings verlangt der Vorbesitzer in der Regel eine Ablöse. Die beträgt dem Ratgeber zufolge bundesweit durchschnittlich 1900 Euro. In Berlin liege der Wert hingegen bei mehr als 11.000 Euro. Die Investition kann sich auszahlen, denn die Pacht ist den Angaben zufolge in der Regel unbefristet.

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