ImmobilienRatgeber für Fertighauskäufer

Bau eines FertighausesIMAGO / Rolf Poss

Tipp 1

Wählen Sie den Anbieter sorgfältig aus. Der Capital-Fertighaus-Kompass gibt einen guten Anhaltspunkt, welche Unternehmen gute oder sehr gute Adressen sind. Verhandeln lohnt allerdings immer (siehe auch Tipp 4). Wer tiefer einsteigen möchte, sollte sich in Internetforen informieren. Dort werden zwar wie vielerorts im Netz vor allem negative Erfahrungen dokumentiert. Diskutieren Bauherren darüber, dass die Fliesen nach dem Einzug gebrochen sind, sollte das misstrauisch machen. Mäkeln sie über Farbschattierungen bei den Außentüren, ist das eher ein Zeichen dafür, dass die wirklich wichtigen Punkte erfüllt sind.

Tipp 2

Kaufen Sie das Haus möglichst schlüsselfertig. Erstens sparen Sie sich die mühsame Suche nach Handwerkern, zweitens vermeiden Sie bei Mängeln die Diskussion, ob die Fremdfirma dafür aufkommen muss oder der Hausanbieter. Ausnahme: Den Keller sollten Sie „an der Quelle“ kaufen, also bei einem entsprechenden Fachbetrieb. Wer diese Leistung über den Hausanbieter in Anspruch nimmt, zahlt oft einen kräftigen Aufschlag.

Tipp 3

Schließen Sie erst dann einen Vertrag ab, wenn Sie Klarheit über die echten Kosten haben. Die lassen sich in der Regel erst nach der Bemusterung mit Bodenbelägen, Armaturen, Haustechnik usw. ermitteln. Je nach Grundausstattung und Käufervorlieben kommen hier gerne mal 20.000 Euro für Extrawünsche zusammen. Viele Anbieter ermöglichen eine „Vorab-Bemusterung“ vor Vertragsabschluss. Die lassen sich einige Firmen zwar extra vergüten – verrechnen die Summe aber mit dem Kaufpreis.

Tipp 4

Achten Sie auf eine faire Preisbindungsfrist. Die meisten Firmen räumen eine Preisgarantie von zwölf Monaten nach Vertragsabschluss ein. Gute Anbieter räumen Interessenten oftmals drei Monate zusätzlich ein. Sehr kleine und sehr große Unternehmen tun sich mit solchen Wünschen oft schwer. Firmen, die jährlich 30 bis 300 Häuser errichten, sind erfahrungsgemäß am flexibelsten.

Tipp 5

Begleiten Sie den Baufortschritt kritisch. Dreimal sollte ein Fachmann die Baustelle inspizieren, am besten, sobald der Keller fertig ist, wenn der Rohbau steht und zur Hausabnahme. Manche Mängel wie schiefe Trockenbauwände lassen sich noch beheben, wenn sie früh erkannt werden. Ein Sachverständiger spricht mit den Handwerkern auf Augenhöhe und kann Konflikte unter Umständen leichter lösen als ein Laie.

 


Tobias Beuler, 41, hat fast 20 Jahre in der Fertigbaubranche gearbeitet, zuletzt als Niederlassungsleiter für zwei Verkaufsbüros eines namhaften Herstellers. Vor fünf Jahren hat er sich selbstständig gemacht und berät seither Käufer bei der Umsetzung ihres Bauprojekts. Als „Fertighausexperte“ betreibt er zusammen mit Florian Schoen den gleichnamigen Blog, einen Youtube-Kanal und auf Facebook eine Bauherrengruppe mit mehr als 20.000 Mitgliedern.