WohnenMillionen Deutsche leben in einer zu kleinen Wohnung

Symbolbild Mietwohnungimago images / Jürgen Heinrich

Wenn Prominente in ihren riesigen Villen angeblich unter Lagerkoller leiden, klingt das für viele Deutsche wie blanker Hohn. Sie müssen die Pandemie in ohnehin zu kleinen beziehungsweise überbelegten Wohnungen durchstehen. Sechs Millionen Menschen lebten 2018 auf zu engem Raum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren immerhin 7,4 Prozent der Bevölkerung.

Viele Deutsche haben zu kleine Wohnung

Besonders betroffen waren alleinerziehende Eltern und ihre Kinder. Jeder fünfte Alleinerziehende lebte in einer zu kleinen Wohnung. Allerdings haben es die Deutschen noch vergleichsweise gut getroffen. Im Durchschnitt der damals noch 28 EU-Staaten fiel der Anteil der Menschen mit beengtem Wohnraum doppelt so hoch aus (15,5 Prozent).

Überaus schlecht haben es die Bürger in Bulgarien und Rumänien getroffen. Dort lebten laut dem Statistischen Bundesamt jeweils über 40 Prozent der Bevölkerung in einer überbelegten Wohnung. In dem besonders von Covid-19 betroffenen Italien waren es demnach 27,8 Prozent. Spanien kam hingegen lediglich auf 4,7 Prozent Bürger in zu kleinen Wohnungen.

Eigenes Kinderzimmer ab zwölf Jahren

Ab wann eine Unterkunft als überbelegt gilt, hängt von diversen Faktoren ab. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Wohnzimmer als Gemeinschaftsraum fehlt. Außerdem muss jede Person ab 18 Jahren einen eigenen Raum haben. Ausgenommen sind Paare, bei denen ein gemeinsames Schlafzimmer reicht. Kinder unter zwölf Jahren dürfen sich zu zweit ein Kinderzimmer teilen. Das ist zwischen 12 und 17 Jahren nur noch möglich, wenn die Geschwister dasselbe Geschlecht haben. Andernfalls gilt die Wohnung als überbelegt. Dasselbe ist der Fall, wenn Eltern im Wohnzimmer schlafen müssen.

 


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