ImmobilienDas sind die neuen Feinstaubregeln für Kaminöfen

Eine Frau legt einen Holzscheit in einen Kaminofen
Eine Frau legt einen Holzscheit in einen Kaminofenimago images / photothek

Regen, Matsch und feuchte Kälte: Wenn der Herbst kommt und es draußen ungemütlich wird, suchen viele Hausbesitzer Zuflucht vor dem Kamin. Manch einer tut gut daran, diesen kleinen Luxus jetzt noch einmal ganz besonders auszukosten. Denn zum Jahreswechsel ist für viele Kaminöfen Schicht im Schacht. Alle zwischen 1985 und 1994 eingebauten Öfen müssen dann mit Feinstaubfiltern nachgerüstet, ausgetauscht oder außer Betrieb genommen werden.

Grund für den Kehraus ist die Bundesimmissionsschutzverordnung, die ab kommendem Jahr strengere Feinstaubregeln für Kaminöfen vorschreibt. Die sind echte Feinstaubschleudern – vor allem ältere Modelle, die noch nicht mit modernen Filtern ausgestattet sind. Laut Umweltbundesamt kam im Jahr 2015 mit einer Gesamtmenge von 21.000 Tonnen der größte Teil der aus Verbrennungsvorgängen stammenden Feinstäube aus Holzfeuerungen, also unter anderem aus Kaminen. Feinstaub ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit: Gelangt er in die Lunge, können unter anderem Bronchitis und Asthmaanfälle die Folge sein. Feinstaub steht außerdem im Verdacht, Krebs hervorzurufen.

Um auch künftig noch gemütliche Abende vor dem Kamin verbringen zu können, müssen Besitzer angejahrter Kaminöfen aktiv werden. Ist unklar, aus welchem Jahr ein Ofen stammt, hilft oft ein Blick auf das Typenschild. Alternativ kann ein Schornsteinfeger anhand von Messdaten das Alter feststellen. Auch mit Hilfe von Online-Datenbanken diverser Verbraucherzentralen oder von Anbietern wie dem Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) lassen sich die Emissionswerte und das Baujahr verschiedener Öfen herausfinden.

Lohnt sich ein neuer Kaminofen?

Bleiben Baujahr und Emissionshöhe im Dunkeln oder ist der Kamin tatsächlich zu alt, müssen Kaminbesitzer ihren Ofen stilllegen oder austauschen. „Bei einer Neuanschaffung sollte man auf eine gute Energieeffizienz achten“, rät Ute Rigbers, Energieexpertin bei der Energieberatung für die Verbraucherzentrale Bremen. Sparsame Kaminöfen erreichen die Energieeffizienzklasse A+. Die effizientesten Pelletöfen schaffen sogar A++. Um noch mehr Feinstaub zu sparen, sollten Kaminbesitzer darauf achten, nur trockenes, gut abgelagertes und unbehandeltes Brennholz sowie einen geeigneten Anzünder zu verwenden.

Nicht alle alten Öfen müssen ab nächstem Jahr kalt bleiben. Gegen zu hohe Feinstaubemissionen helfen auch nachträglich eingebaute Partikelfilter. Weil die Auflagen für Feuerstellen in den kommenden Jahren eher strenger als lockerer werden dürften, sollten Verbraucher allerdings prüfen, ob sich eine Neuanschaffung nicht doch lohnt. Schließlich gibt es Partikelfilter nicht umsonst: Laut dem Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg kosten deren Kauf und Einbau bis zu 1500 Euro.

Ist nicht nur der Feinstaub-, sondern auch der Kohlenmonoxid-Wert zu hoch, hilft auch kein Filter mehr. Hausbesitzer kommen dann nicht umhin, ihren Kaminofen außer Betrieb zu nehmen oder gegen ein neueres Modell zu ersetzen. Was für den Einzelnen ärgerlich ist, nützt der Allgemeinheit: Laut dem Industrieverband HKI sind die Feinstaubemissionen häuslicher Feuerstätten seit Beginn der Nachrüst- und Austauschpflicht im Jahr 2010 bereits um rund ein Drittel gesunken. Die nächste Deadline für Kaminöfen ist im Jahr 2024. Bis dahin müssen Modelle aus den Jahren 1995 bis 2010 aufgerüstet oder ersetzt werden, sollten sie den Vorschriften nicht entsprechen.

 


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