ImmobilienDas ändert sich 2020 für Mieter und Eigentümer

Symbolbild: Wohnungen
Symbolbild: Wohnungen

Neues Jahr, neue Gesetze: Die Bundesregierung hat für 2020 viele Änderungen auf den Weg gebracht – auch im Bereich Immobilien. Was Mieter und Eigentümer in diesem Jahr erwartet.

Wohngeld: Finanzspritze für Geringverdiener

Die Mieten in Deutschland steigen und steigen – oft stärker als das Einkommen. Der Staat unterstützt Geringverdiener daher mit dem sogenannten Wohngeld. Bis Dezember erhielt ein bedürftiger Zwei-Personen-Haushalt im Schnitt 145 Euro monatlich als Mietzuschuss. Zum Jahreswechsel steigt dieser Satz um 30 Prozent auf 190 Euro. Nach Angaben der Bundesregierung sollen davon rund 660.000 Haushalte profitieren, vor allem Familien und Rentner.

Klimapaket: Dämmen wird belohnt

Deutschlands Immobilien zählen zu den größten Klimasündern der Bundesrepublik. Rund 40 Prozent aller Gebäude hierzulande sind älter als 40 Jahre und wurden damit noch vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet, zeigen Daten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Bundesregierung will das ändern und hat im Rahmen ihres Klimaschutzprogramms eine besondere Förderung für Eigentümer beschlossen, die ihre Immobilie energetisch auf Vordermann bringen möchten: Sie können ab sofort 20 Prozent der Sanierungskosten steuerlich geltend machen, verteilt auf drei Jahre. Maximal können Immobilienbesitzer künftig bis zu 40.000 Euro von der Steuer absetzen. Das Förderprogramm ist am 1. Januar 2020 gestartet und läuft bis zum 31. Dezember 2029.

Mietendeckel: Bis hier hin und nicht weiter

Nach wochenlangen Debatten und einem Verhandlungsmarathon hat sich der Berliner Senat Ende des Jahres 2019 beim Mietendeckel auf einen Kompromiss geeinigt. Noch im Januar 2020 soll das Abgeordnetenhaus dem Gesetz zustimmen und der Mietendeckel rückwirkend in Kraft treten. Der Gesetzesentwurf sieht vor, die Mieten in Berlin fünf Jahre lang auf dem Stand von Juni 2019 einzufrieren. Erst ab 2022 dürfen Vermieter einen jährlichen Inflationsausgleich von 1,3 Prozent vornehmen – sofern die Miete dann bestimmte Obergrenzen nicht überschreitet. Auch für neu vermietete Immobilien will der Berliner Senat die Höhe der Miete deckeln.

Maklerkosten: Wer bestellt, zahlt

Wer einen Makler beauftragt, muss ihn auch bezahlen. Was logisch klingt, sieht in der Realität oft anders aus. Gerade in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt gliedern Verkäufer das Honorar für den Makler gerne vollständig an den Käufer aus. Dieser wiederum fragt sich, warum er neben Kaufpreis, Notar und Grundbucheintrag zusätzlich einen meist sechsstelligen Betrag für eine Dienstleistung bezahlen soll, die er gar nicht in Anspruch genommen hat. Das kritisierte auch die frühere Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD). Geht es nach ihr, soll der Käufer künftig nur noch maximal so viel Provision zahlen wie der Verkäufer. Anfang des Jahres will der Bundesrat ein entsprechendes Gesetz verabschieden. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) rechnet im März 2020 damit.

Share Deals: Keine Tricksereien mehr

Bei sogenannten Share Deals kauft der Käufer nicht das Gebäude an sich, sondern erwirbt Anteile des Unternehmens, dem das Gebäude gehört. Bisher galt: Besitzt der Käufer weniger als 95 Prozent der Firmenanteile, ist er zwar de facto Eigentümer der Immobilie, spart sich aber die Grunderwerbsteuer. Denn die erhebt das Land erst, wenn der Käufer mindestens 95 Prozent der Anteile kauft. Nach fünf Jahren kann der Käufer dann die restlichen Anteile erwerben. Den Ländern entgehen so jährlich Millionen an Steuereinnahmen.

Dieses juristisch legitimierte Steuersparmodell soll im ersten Halbjahr 2020 erschwert werden. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht. Demnach soll die Grenze bei einem Share Deal, ab der Käufer keine Grunderwerbsteuer zahlen müssen, auf 90 Prozent sinken. Zudem soll der Käufer in Zukunft mindestens zehn Jahre warten müssen, bis er die restlichen Anteile der Immobilie erwerben darf. Das Kalkül: Wer zehn Jahre warten muss, bis er frei über seine Immobilie verfügen darf, der zahlt vielleicht doch lieber Grunderwerbsteuer.

 

Immobilien Kompass
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