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Aktien Welche Lkw-Aktien vom Trend zur E-Mobilität profitieren können

Ein Elektro-LKW steht auf der IAA Transportation für Nutzfahrzeuge in der Messe Hannover auf dem Stand von Volvo
„Elektrisch“: Klimafreundliche Lkw sind das große Thema auf der IAA Nutzfahrzeuge
© picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte
Transportunternehmen müssen nachhaltiger werden, wenn sie langfristig bestehen wollen. Vorreiter in Sachen Klimaschutz können von der Entwicklung profitieren

Speditionen und Busunternehmen haben viel vor in den kommenden Jahren. Bis zum Jahr 2025 soll der CO2-Ausstoß neuer Lastkraftwagen (Lkw) und Busse um 15 Prozent sinken, 2030 muss man dann 30 Prozent unter dem heutigen Niveau sein – so schreibt es die Europäische Union vor. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Transporten. Zwischen 1991 und 2019 ist die Fahrleistung im deutschen Güterverkehr um 69 Prozent gewachsen. Auch für die kommenden Jahrzehnte rechnen Experten mit einem wachsenden Güterverkehrsaufkommen.

Es braucht also emissionsneutrale Antriebsformen. Klimafreundliche Lkw und Busse sind aber bislang eher die Ausnahme. Aktuell fahren knapp 98 Prozent der mittelschweren und schweren Nutzfahrzeuge innerhalb Europas mit Diesel-Motoren. Nur 2300 Einheiten – 0,04 Prozent – haben einen emissionsfreien Antrieb, hat der Dachverband europäischer Fahrzeughersteller im Jahr 2021 ermittelt. Damals gab es kaum Ladesäulen, die wenigen verfügbaren Modelle waren zu teuer oder hatten eine zu kurze Reichweite.

Viele Hersteller haben die Angebotslücke erkannt und legen nach. Bei der diesjährigen Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation in Hannover dreht sich deshalb alles um elektrische und wasserstoffbetriebene Laster und Busse. Viele der 1400 Aussteller zeigen ihre ersten vollelektrischen Trucks mit Reichweiten von bis zu 800 Kilometern. Einige der zugehörigen Aktien könnten nun auf die Überholspur wechseln.

Potenzial bei Daimler Truck

Martin Daum, Vorstandsvorsitzender bei Daimler Truck, rechnet damit, ab dem Jahr 2030 bis zu 60 Prozent seines Umsatzes mit Elektro- und Brennstoffzellen-Lkw zu machen, berichtet die Tagesschau. Auf der IAA stellt er den ersten vollelektrischen Lkw seines Unternehmens vor. Der „ eActros LongHaul“ soll 500 Kilometer schaffen und lässt sich in weniger als 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent aufladen, verspricht das Unternehmen. Ab 2024 soll die Serienproduktion beginnen. Auch sonst steht das Unternehmen gut da: „Wir haben einen Rekordauftragsbestand“, sagt Daum. „Wir sind in den USA bis März nahezu ausverkauft, in Europa bis Mitte nächsten Jahres.“

Analysten sehen viel Potenzial bei Daimler Truck: Laut Handelsblatt Börse bewerten neun von zehn Analysten die Aktie positiv und einer neutral. In einer kürzlich veröffentlichten Studie belässt Goldman-Sachs-Analystin Daniela Costa den Titel auf Buy bei einem Kursziel von 37 Euro. Aktuell notiert das Unternehmen bei 25,32 Euro. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 17,79.

Der Energiekonzern Eon und US-Start-up Nikola wollen ebenfalls von der Transformation der Branche profitieren. Dafür werden sie ein gemeinsames Joint Venture gründen, wie die Unternehmen zu Beginn der Woche in einer Absichtserklärung verkündeten. Ziel sei es, die Dekarbonisierung im europäischen Schwerlastverkehr voranzutreiben, indem sie die Wasserstoffinfrastruktur ausbauen. „Unser Joint Venture ist ein entscheidendes Element bei der Transformation des Verkehrssektors“, sagt Nikola-Chef Michael Lohnscheller. „Es hat das Potenzial, eine marktführende Stellung in Europa einzunehmen." Nikola zählt schon jetzt zu den wichtigsten Anbietern von emissonsfreien Lkw. Das Start-up schreibt bislang allerdings noch rote Zahlen und muss sich auch an der Börse erst noch beweisen. Im vergangenen Jahr hat die Aktie 52 Prozent an Wert eingebüßt – für einen Einstieg ist es aktuell noch ein wenig früh.

Ein weiterer Branchentrend ist das autonome Fahren. Davon will das US-Tech-Unternehmen Luminar Technologies profitieren. Es entwickelt Lidar-Sensoren, die optisch Abstand und Geschwindigkeit messen, damit Lkw künftig ohne Fahrer navigieren können. Seit Juli dieses Jahres befindet sich die Aktie im Aufwärtstrend und hat im Vergleich zum Tiefstand um 68 Prozent zugelegt. Aktuell notiert sie bei 9,78 Euro.


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