FondsWarum Anleger von der Mischfonds-Flut profitieren

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Symbolbild: KurschartGetty Images

Mischfonds verkaufen sich weiterhin hervorragend. Produkte, die in mehrere Anlageklassen gleichzeitig investieren, sammelten in Deutschland zwischen Anfang Januar bis Ende Juli 2018 rund 15 Mrd. Euro ein. Das zeigen aktuelle Zahlen des Fondsbranchenverbands BVI. Reinen Aktienfonds flossen im selben Zeitraum nur 1,7 Mrd. Euro zu. Aus Rentenfonds flossen sogar 3,6 Mrd. Euro ab. Damit sind sie im laufenden Jahr unter den Publikumsfonds bisher am unbeliebtesten. Anleger zogen vor allem aus Unternehmensanleihefonds Geld ab, außerdem aus Produkten, die in kurzlaufende Euro-Anleihen investieren, berichtet der BVI.

Insgesamt konnten Investmentfonds in Deutschland in den ersten acht Monaten dieses Jahres unterm Strich 56,3 Mrd. Euro einsammeln. Die BVI-Zahlen zeigen: Die Fondsbranche bleibt auf Wachstumskurs – trotz steigender Zinsen, trotz weltweiter Handelskonflikte, trotz geopolitischer Risiken und wachsender Konkurrenz durch börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Nicht nur in bestehende Fonds ist mehr Geld geflossen als zuvor. In den vergangenen Monaten sind auch viele neue Produkte auf den Markt gekommen. Europaweit haben Investmentgesellschaften im ersten Halbjahr 1106 neue Fonds aufgelegt, meldet die Fondsratingagentur Morningstar.

Gebühren sinken

Ebenso wie in Deutschland verkaufen sich auch in anderen Ländern Europas Mischfonds besonders gut. Rund ein Drittel der neu lancierten Fonds auf dem europäischen Markt sind Mischfonds. Anleger legten die Asset Allocation seit der Finanzkrise vor zehn Jahren lieber in die Hände von Profis, urteilen Morningstar-Analysten.

Das wachsende Angebot verschärft den Wettbewerb und drückt auf die Preise. Anleger freut das: Im vergangenen Jahr mussten sie für neue Mischfonds im Schnitt 1,47 Prozent Jahresgebühr bezahlen. Im laufenden Jahr kosten neu aufgelegte Mischfonds nur noch 1,42 Prozent jährlich, zeigt eine Morningstar-Analyse – ein deutlicher Rückgang, auch wenn Mischfonds bei den Kosten nach wie vor die Spitzenreiter unter den Investmentfonds sind. In anderen Kategorien haben sich neu aufgelegte Fonds im laufenden Jahr ebenfalls verbilligt. So fielen die jährlichen Kosten neu lancierter Aktienfonds im Vergleich zu 2017 im Schnitt um vier Basispunkte auf 1,03 Prozent. Neue Rentenfonds verbilligten sich sogar um elf Basispunkte, auf 0,73 Prozent pro Jahr.

Mischfonds gehören seit mehreren Jahren zu den Bestsellern der Fondsindustrie. Neuer ist der Trend zu Nachhaltigkeit in der Geldanlage. Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem nicht die eine oder andere Investmentgesellschaft eine Studie zu Nachhaltigkeitsinvestments veröffentlicht, einen neuen Öko-Fonds ankündigt oder sich auf andere Weise dem Thema ökologisch und ethisch korrekte Geldanlage widmet.

Grüne Geldanlagen werden wichtiger

Die Marketingmühen zahlen sich allmählich aus. Europaweit sind im ersten Halbjahr 83 neue Nachhaltigkeitsfonds auf den Markt gekommen, die per Ende Juni 3,7 Mrd. Euro verwalteten. Das entspricht rund drei Prozent des Vermögens der neuen Fonds insgesamt, heißt es von Morningstar. Grüne Geldanlagen sind damit zwar immer noch ein Nischenthema, aber eines mit wachsender Bedeutung.

In Zukunft könnten Fondsanbieter die beiden Top-Trends – Mischfonds und Nachhaltigkeit – verstärkt verbinden. Erste Ansätze dafür gibt es bereits: Die meisten zuletzt neu aufgelegten Nachhaltigkeitsfonds waren Aktienprodukte. Die zweitmeisten aber waren Mischfonds.