GeldanlageStreaming-Aktien: Mit Squid Game zum Erfolg

Squid Game gilt als erfolgreichste Serie aller Zeiten und bescherte der Netflix-Aktie zuletzt Auftrieb
Squid Game gilt als erfolgreichste Serie aller Zeiten und bescherte der Netflix-Aktie zuletzt AuftriebxNetflixx/ IMAGO / ZUMA Wire

456 Menschen in grünen Sportanzügen, die aus ihrer Geldnot heraus auf einer abgeschiedenen südkoreanischen Insel an tödlichen Kinderspielen teilnehmen. Die Strippenzieher: superreiche, alte, weiße Männer. Über das gesellschafts- und kapitalismuskritische Potenzial der Netflix-Serie „Squid Game“ lässt sich streiten. Was hingegen feststeht: ihr immenser kommerzieller Erfolg.

Squid Game entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem weltweiten Phänomen. Laut Quartalsbericht haben 142 Millionen Netflix-Abonnenten den Neunteiler in den ersten vier Wochen seit der Premiere Mitte September angesehen. Somit ist Squid Game die erfolgreichste Serie in der Geschichte des Streaming-Pioniers. Netflix beziffert ihren Wert intern auf 900 Mio. US-Dollar.

Der Streaminganbieter aus dem kalifornischen Los Gatos hat diese Woche seine Zahlen für das abgelaufene Quartal veröffentlicht. Demnach erreichte Netflix im dritten Quartal seinen bisherigen Höchstwert von 213,56 Millionen Abonnenten. Von Juli bis September erzielte das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 7,5 Mrd. US-Dollar und setzt damit seinen Erfolg aus den Corona-Quartalen fort. Der Nettogewinn belief sich auf 1,45 Mrd. US-Dollar, der Gewinn je Aktie betrug 3,19 US-Dollar.

Hart umkämpfte Branche

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 56,72 war das Unternehmen hoch bewertet. Die Zahlen beeindrucken, offenbaren aber zugleich eine zunehmende Abhängigkeit des Unternehmens von einzelnen Phänomenen wie eben Squid Game. Zwar verzeichnen die Anteilsscheine seit Jahresbeginn ein Kursplus von 25 Prozent und notieren aktuell bei 632 US-Dollar. Dafür verantwortlich ist allerdings vor allem die aktuelle Erfolgsserie.

Netflix Aktie

Netflix Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT Vor der Squid-Game-Premiere war ein Seitwärtstrend zu beobachten, zeitweise ging es für die Netflix-Aktie sogar leicht ins Minus. Das Unternehmen will sich nun allerdings nicht auf den Lorbeeren ausruhen und wirbt für das kommende Jahr mit starbesetzten Blockbustern und Fortsetzungen alter Hits. Und das ist wichtig, gilt es doch sich in einer zunehmend hart umkämpften Streamingbranche zu behaupten.

Der größte Konkurrent: Amazon Prime Video – zumindest auf dem Papier. Denn es ist nicht ganz eindeutig, wie viele der 200 Millionen Prime-Kundinnen und Kunden den Video-Streamingdienst aktiv nutzen. Amazon-Gründer Jeff Bezos sprach Anfang des Jahres immerhin von 175 Millionen Streamern. Der Informationsdienstleister Digital TV Research geht davon aus, dass der Streamingdienst bis zum Jahr 2026 gerade einmal auf 184 Millionen Abonnenten kommen wird.

Amazon wird seine Zahlen zum dritten Quartal am 28. Oktober veröffentlichen, hat aber bereits einen operativen Gewinn zwischen 2,5 und 6 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt, nach 6,2 Mrd. US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Amazon-Aktie steht zurzeit bei 3.419 US-Dollar, ein Plus von 8,7 Prozent auf Ein-Jahres-Sicht. Das KGV beträgt 63,92 und befindet sich damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie bei der Konkurrenz.

Das dritte Schwergewicht in der Runde, Disney+, kommt auf insgesamt 116 Millionen Abonnenten und damit auf weniger, als Squid Game Zuschauer hatte. Nichtsdestotrotz konnte das weltgrößte Medien- und Unterhaltungsunternehmen mit seinen Zahlen zum dritten Quartal die Analystenerwartungen übertreffen: The Walt Disney Company verzeichnete einen Umsatz in Höhe von 17,02 Mrd. US-Dollar im Vergleich zu den prognostizierten 16,76 Mrd. US-Dollar.

Der Gewinn pro Aktie betrug 50 Cent, nach einem Verlust in Höhe von -2,61 US-Dollar im Vorjahresquartal. Die Papiere des Unternehmens legten in den vergangenen zwölf Monaten um 39 Prozent zu und werden nun für 171,15 US-Dollar gehandelt. Das KGV beträgt 70,48. Ein Vorteil für Disney: Wenn die Menschen nach dem Ende der Pandemie weniger Zeit auf der Couch verbringen, kann der Unterhaltungsriese zumindest noch mit seinen Themenparks locken.


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