LeserfrageSparplan-Gebühren: Empfiehlt sich der Wechsel der Depotbank?

Symbolbild Geldanlage dpa

Für die Kunden der Onvista-Bank ist es ein Ärgernis: Ab dem 1. Juni kostet jede Sparplanausführung 1 Euro – ganz egal, ob der Anleger einen Sparplan auf Zertifikate, ETFs oder gewöhnliche aktive Fonds mit Managern eingerichtet hat. Wer also jeden Monat in einen Sparplan eine feste Summe investiert, zahlt pro Jahr 12 Euro.

Besonders ärgerlich ist das bei kleinen Summen: Legt ein Anleger nur den Onvista-Mindestbetrag von 50 Euro im Monat an, zahlt er zwei Prozent des Anlagebetrags an die Bank, das ist ein hoher Wert. Denn das bedeutet: Ein Anlageprodukt wie ein ETF muss erst mal mehr als zwei Prozent an Wert gewinnen, bevor ein Sparer die Kosten wieder verdient hat. Deshalb sollten Anleger jetzt eine von zwei Möglichkeiten in Betracht ziehen, um die Kosten niedrig zu halten. Die erste der beiden Optionen lautet: die Depotbank wechseln.

Cover der neuen Capital
Cover der neuen Capital

Das ist grundsätzlich problemlos möglich: Bei ihrer neuen Bank können Anleger einfach beantragen, das Depot auf das neue Geldinstitut übertragen zu lassen. Dabei fallen keine Steuern an, sofern der Besitzer des Depots derselbe bleibt. Und tatsächlich gibt es einige Direktbanken, bei denen nicht nur das Depot kostenlos ist, sondern auch keine Gebühren für Sparpläne anfallen. So machen Flatex, die BNP-Paribas-Tochter Consorsbank und die Onvista-Bank-Mutter Comdirect ein solches Angebot. Allerdings verstecken sich die Probleme im Detail. Erstens lassen sich bei den anderen Banken teils nicht die Produkte besparen, in die Anleger bei Onvista investieren konnten. So waren dort etwa iShares-ETFs kostenlos, aber ausgerechnet für diese Produkte müssen Anleger etwa bei der Consorsbank und Flatex zahlen. Jedoch bieten Onvista und Flatex immerhin beide Comstage-ETFs an, die Consorsbank wiederum offeriert wie Onvista Lyxor-ETFs.

Zweitens sind die kostenlosen Sparpläne bei anderen Banken zum Teil befristet. Die Comdirect überprüft die Aktion zum Jahresbeginn 2020. Bei der Consorsbank sind Sparpläne mit Lyxor-ETFs vorerst nur bis Ende 2020 kostenfrei. Die Folge: Bald stehen Sparer womöglich vor demselben Problem wie bei Onvista – und müssten wieder wechseln. Ein drittes Problem betrifft den Broker Flatex: Es fallen Minuszinsen von 0,4 Prozent an, wenn Anleger Geld auf dem Konto parken, das zum Depot gehört.

Jedoch gibt es auch eine Alternative für alle, denen ein Depotumzug zu mühsam ist: Anleger erhöhen bei Onvista einfach den Anlagebetrag. Wer statt 50 Euro 200 Euro anlegt, senkt die Kosten um 75 Prozent auf nur noch 0,5 Prozent, ein wieder akzeptabler Wert. Der Trick für die, die sich eine Erhöhung auf 200 Euro im Monat nicht leisten wollen: Den Sparplan so umstellen, dass nur quartalsweise investiert wird und Anleger die 200 Euro über drei Monate ansparen können.


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