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Geldanlage Schoko-Aktien: Der süße Portfoliobaustein

Der Schokoladenkonsum ist einigermaßen resistent gegenüber Krisen
Der Schokoladenkonsum ist einigermaßen resistent gegenüber Krisen
© IMAGO/Cord
Schoko-Aktien gelten als antizyklisch und krisenfest – genau das Richtige für die diesjährige Weihnachtszeit. Welche Titel dafür infrage kommen

Für jeden ist etwas dabei: sei es die zart schmelzende Milchschokolade, ihr weißes Pendant, dunkle Schokolade mit hohem Kakaogehalt, in Pralinenform oder vegane Varianten. Süßwaren stellen innerhalb der Ernährungsindustrie eines der umsatzstärksten Sortimente dar. Beinahe 8 Prozent der insgesamt mehr als 186 Milliarden Euro, die der Sektor jährlich in Deutschland umsetzt, entfallen auf Hersteller von Süßwaren, Feingebäck und Speiseeis. Das mit Abstand wichtigste Süßwarensegment sind dabei Schokoladenwaren. Diese gehören auch zugleich zu den beliebtesten Geschenken in der Weihnachtszeit. 169 Millionen Schoko-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner hat die deutsche Süßwarenindustrie in diesem Jahr produziert – ein Plus von 5,6 Prozent im Vergleich zu Weihnachten 2021. Das ist laut Daten des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) vor allem auf höhere Bestellungen des Lebensmittelhandels sowie auf ein wachsendes Exportgeschäft zurückzuführen.

Schokolade ist ein antizyklisches Geschäft, das haben bereits frühere Krisen bewiesen. Es scheint ganz so, als ob die dunkle Jahreszeit genauso wie düstere Konjunkturprognosen unseren Heißhunger auf Süßes entfacht. Während der Finanzkrise ab 2007 stieg der weltweite Schokoladenkonsum sogar. „In schwierigen und ungewissen politischen Zeiten zeigt sich, dass Süßwaren zu den kleinen Freuden des Alltags gehören“, sagt auch Carsten Bernoth, Hauptgeschäftsführer des BDSI. Grund genug, einen genaueren Blick auf die börsennotierten Produzenten zu werfen.

Egal ob zu Weihnachten oder Ostern, Lindt & Sprüngli ist mit ihren Lindor-Kugeln und goldenen Osterhasen perfekt positioniert. Die Schweizer Chocoladefabrik gehört zu den weltweit größten und berühmtesten Süßwarenproduzenten. Die stärksten Umsatztreiber sind die beiden Premium-Produktlinien Lindor und Excellence. Lindt & Sprüngli erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2022 eine organische Umsatzsteigerung von rund 12 Prozent auf knapp 2 Milliarden Schweizer Franken, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Der Reingewinn verbesserte sich sogar um 36 Prozent auf 138 Millionen Schweizer Franken. Für das Gesamtjahr 2022 erwartet das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum in der Bandbreite von 8 bis 10 Prozent. Außerdem hat Lindt & Sprüngli angesichts des hohen Free Cashflows ein neues Aktien-Rückkaufprogramm von Namensaktien und Partizipationsscheinen in der Höhe von mehr als einer Milliarde Schweizer Franken gestartet.

Schoko-Koffer zur Namensaktie

Ein bitterer Beigeschmack für Kleinanleger: Die Namensaktie zählt mit einem Kurs von 95.000 Euro zu den schwersten der Welt. Immerhin: Wer eine Namensaktie erwirbt, bekommt dafür neben dem Wertpapier auch einen Koffer voller Schokolade zugesandt. Etwas günstiger, allerdings ohne Schoko-Koffer, gibt es die stimmrechtlosen Partizipationsscheine, die aktuell zu einem Kurs von 9.770 Euro erhältlich sind. Seit Anfang Januar hat der Lindt & Sprüngli-Aktienkurs rund 22 Prozent verloren.

Auch wenn Schokolade aus der Schweiz als das Maß aller süßen Dinge gilt, ist The Hershey Company zumindest in den USA ein absolutes Branchenschwergewicht. Die Eigenmarken Reese's, Kisses, Hershey's und KitKat sind aus zahlreichen US-Haushalten nicht wegzudenken. Darüber hinaus produziert der Konzern auch salzige Snacks, darunter Pretzels und Popcorn. Nachdem Hershey die Erwartungen der Analysten für das dritte Quartal übertroffen hat, beläuft sich die Umsatzprognose für das Gesamtjahr nun auf 10,3 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr erwirtschaftete das Unternehmen noch knapp unter 9 Milliarden US-Dollar. Der Reingewinn soll von 1,5 auf 1,6 Milliarden US-Dollar leicht steigen. Die Aktie steht auf Jahressicht mit mehr als 30 Prozent im Plus.

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