AktienSchlechtes Omen für das Börsenjahr?

Händlerin an der Frankfurter Börse
Händlerin an der Frankfurter Börse
© Deutsche Börse

Als die Börsen am ersten Handelstag des neuen Jahres abstürzten, wurde in vielen Berichten über das Geschehen an den Aktienmärkten eine alte Börsenregel bemüht, wonach der erste Handelstag des neuen Jahres die Richtung für das Gesamtjahr vorgebe. Da der deutsche Leitindex Dax am Montag um 4,2 Prozent eingebrochen ist, hätten die Anleger also ein schlechtes Börsenjahr zu erwarten. Aber stimmt die Regel überhaupt.

Ein Blick in die Dax-Geschichte zeigt, dass der erste Handelstag als Stimmungsbarometer wenig verlässlich ist. Auch 2015 und 2014 begannen jeweils mit Verlusten – wenn auch nicht mit so hohen wie in diesem Jahr. Am Ende stand das Börsenbarometer besser da als zu Jahresbeginn. Im vergangenen Jahr legte der Dax um rund zehn Prozent zu – trotz der vielen Turbulenzen und Rückschläge, die die Investoren auf eine harte Nervenprobe stellten.

Höhere Verlässlichkeit nach positivem Auftakt

In den vergangenen zehn Jahren hat sich ein Verlust am ersten Handelstag nur einmal tatsächlich als böses Omen erwiesen: 2008. Das Krisenjahr begann an der Börse mit Verlusten und so endete es auch. Am Ende des Jahres hatte der Dax gut 40 Prozent eingebüßt.

Eine höhere Prognosewahrscheinlichkeit weist die Börsenregel nach Gewinnen am ersten Handelstag aus. In seiner 28-jährigen Geschichte hat das Börsenbarometer das Jahr in den meisten Fällen dann auch mit einem Plus beendet. 2012 etwa gewann der Dax am ersten Handelstag gleich fast 180 Punkte und das Gesamtjahr endete mit einem Plus von 26 Prozent. In drei Viertel aller Fälle bedeutete ein positiver Jahresstart auch ein Plus am Jahresende.

Für Anleger besteht also noch Hoffnung. Negative Vorzeichen zum Jahresauftakt müssen kein schlechtes Omen sein. Zudem gilt: Langfristig orientierte Anleger denen es um eine stetige Kapitalbildung geht und nicht um kurzfristige Spekulation, können auch bei Turbulenzen wie diesen gelassen bleiben. Eine Streuung des Vermögens auf mehrere Anlageklassen macht Rückschläge am Aktienmarkt überdies erträglich.