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Kryptowährungen Peter Thiel wirbt für Bitcoin – und hat dabei längst verkauft

Peter Thiel wurde in Frankfurt am Main geboren, zog aber schon früh in die USA. Dort machte er später ein Vermögen, unter anderem mit der Gründung des Zahlungsdienstleisters Paypal
Peter Thiel wurde in Frankfurt am Main geboren, zog aber schon früh in die USA. Dort machte er später ein Vermögen, unter anderem mit der Gründung des Zahlungsdienstleisters Paypal
© IMAGO/Zuma WIre
Der bekannte Investor und Paypal-Gründer Peter Thiel hielt noch im April Wertsteigerungen um den Faktor 100 bei Bitcoin für möglich. Jetzt kam heraus: Er hatte zu diesem Zeitpunkt schon längst verkauft

Gutes Timing oder böses Spiel? US-Milliardär Peter Thiel galt lange als prominenter Krypto-Befürworter. Jetzt kam heraus: Unmittelbar vor dem Markteinbruch im vergangenen Jahr schloss seine Risikokapitalgesellschaft Founders Fund fast alle laufenden Wetten auf Bitcoin und Co. – während Thiel weiter für Krypto warb. Er sei weiter optimistisch in Bezug auf Bitcoin, sagte Thiel noch im April 2022 auf einer Kryptokonferenz in Miami. Laut „Financial Times“ (FT) hatte er sich aber kurz zuvor erst aus dem Markt weitgehend zurückgezogen – und dabei 1,8 Mrd. US-Dollar Gewinn eingestrichen.  

Auf der Konferenz fabulierte Thiel offenbar noch von Wertsteigerungen um den Faktor 100 bei Bitcoin – und das bei einem damaligen Preisniveau von knapp 44.000 Dollar. Heute dümpelt der Kurs bei knapp 20.000 Dollar, lange Zeit sogar noch tiefer bei knapp 16.000 Dollar. Thiel verteidigte die Kryptowährungen auch öffentlich gegen Jamie Dimon, CEO von JP Morgan, der Bitcoin noch 2017 als „Betrug“ bezeichnet hatte. Jetzt müsse er „einen Teil seines Geldes in Bitcoin stecken“, weil die Währung so gut laufe. 

Der Paypal-Gründer und prominente Trump-Unterstützer ist über den Founders Fund seit 2014 in Bitcoin investiert, damals noch zu einem Einstiegskurs von 750 Dollar. Später pumpte die Gesellschaft auch noch große Summen in andere Krypto-Assets. Laut FT stand Bitcoin bis zuletzt für etwa zwei Drittel des Krypto-Portfolios. Aktuell habe der Fonds aber kein nennenswertes Engagement mehr in Krypto. Die Abwicklung wurde bislang nicht gemeldet, und Founders Fund lehnte eine Stellungnahme ab. Die „Financial Times“ beruft sich auf Insider. 

Silicon Valley investiert nur selten in Coins

Die FT vergleicht Thiels Verhalten mit einem schlauen Teenager, der eine Party rechtzeitig verlässt – kurz bevor die Eltern nach Hause kommen. Auch in den Sozialen Netzwerken wird Thiels Verhalten tendenziell wohlwollend aufgenommen. „Thiel redet davon, dass Bitcoin um den Faktor 100 steigen wird – und fährt dann seine Gewinne in dieser Höhe ein“, schreibt ein Nutzer. 

Laut dem Magazin Forbes haben die 17 reichsten Krypto-Investoren seit März 2022 rund 116 Mrd. Dollar verloren. Neben Thiel sind noch zahlreiche weitere-Silicon Valley-Größen große Krypto-Wetten eingegangen – wobei nur wenige so intensiv in einzelne Währungen investierten. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Krypto-Arm A16z crypto von Andreesen Horowitz. Viele Investoren pumpten ihr Geld lieber in sogenannte „Enabler“, also Firmen, die Kryptotechnologie bereitstellen.   

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