KryptosNeue Hoffnung für Bitcoin

Bitcoin-Darstellung
Von ihrem Tief hat sich die Kryptowährung Bitcoin wieder erholt

Die jüngste Entwicklung am Kryptomarkt hat nicht nur gezeigt, wie unterschiedlich sich die einzelnen digitalen Währungen zuletzt entwickelt haben, sondern auch wie ausgebombt der Markt war. Im ersten Quartal kam keiner auf eine positive Performance. Am besten schlug sich noch die chinesische Kryptowährung Neo mit einem Minus von rund 25 Prozent, Bitcoin die weltweite Nummer eins unter den Kryptos verlor fast 44 Prozent. Die Verluste der Bitcoin-Abspaltungen Bitcoin-Cash und Bitcoin-Gold von mehr als 60 Prozent fielen noch deutlich größer aus.

Krypto-Guru Julian Hosp sagte zur aktuellen Entwicklung, dass die Situation ähnlich wie 2015 sei als auf einmal niemand mehr etwas haben wollte. Das Thema Krypto ist aus den Schlagzeilen verschwunden und nach Euphorie und Panik herrscht nun häufig Gleichgültigkeit. Doch genau das könnte für eine gewisse Marktbereinigung sprechen. Für Anleger, die frisch einsteigen wollen, könnten sich daher neue Chancen bieten.

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Dollar) Währung

BTC/USD (Bitcoin / US-Dollar) Währung Chart
Kursanbieter: Bitstamp

Einen ersten Fingerzeig gab es in der vergangenen Woche, als der Bitcoin innerhalb von wenigen Stunden um über 1000 US-Dollar stieg. Die Krypto-Spekulanten setzten zum Großteil auf fallende Kurse, was 2018 bislang sehr erfolgreich war. Als sie die Positionen auflösten, konnten die wichtigsten Kryptowährungen deutliche Gewinne erzielen. Sollte das Momentum nun drehen, lohnt sich der Blick auf einzelne Coins wie Mati Greenspan, Analyst bei der Krypto-Handelsplattform Etoro erklärt: „Der Krypto-Markt tendiert dazu, sich geschlossen zu bewegen, wenn die Preise fallen. Wenn die Preise hingegen steigen, kann die Performance verschiedener Coins untereinander abweichen.“

Wie eine Auswertung des Kryptoportals Bitcoin-Krypto.de zeigt, konnte zuletzt besonders Iota profitieren. Die Währung legte in sieben Tagen um 60 Prozent zu. Auf der Hannover Messe möchte der „deutsche Krypto“ mit namhaften Partnern aus der Industrie Anwendungsmöglichkeiten präsentieren.

Weltweit ist man weiterhin weit von einem einheitlichen Umgang mit Kryptowährungen entfernt. Während China und Indien weiterhin einen sehr Krypto-kritischen Kurs fahren, zeigen sich in Japan und Südkorea positive Entwicklungen. „Zuletzt haben Krypto-Börsen sowohl in Japan als auch Südkorea – den beiden wohl Krypto-freundlichsten Nationen der Welt – Selbstregulierungsprogramme angekündigt. Dahinter steckt die Idee, dass in einem dezentralen organisierten Markt die Community mindestens ebenso kompetent ist, um Richtlinien festzulegen und durchzusetzen wie Regierungsbehörden. Ähnliche Ansätze vertreten übrigens auch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in den Vereinigten Staaten und CryptoUK im Vereinigten Königreich.“ sagt Greenspan.

ICO-Markt entwickelt sich uneinheitlich

In den USA hat die Börsenaufsicht SEC das gemeinsame ICO des skandalumwitterten Boxers Floyd Mayweather und des Plattenproduzent DJ Khaled wegen Betrugs gestoppt. In Deutschland ist die Bafin weniger aktiv, allerdings hat so mancher ICO hierzulande heftige Verluste für Anleger gebracht. Ein Beispiel größeren Ausmaßes ist die Naga Group, deren Naga-Token aktuell rund 50 Prozent unter dem Ausgabepreis notiert und im Vergleich zum Rekordhoch bei rund 4 Dollar fast 90 Prozent verloren hat.

Die Euphorie ist damit auch aus dem ICO-Markt gewichen, was aber nicht heißt, dass es keine Chancen mehr gibt. So startete Vrxcity, die eine virtuelle Reeperbahn erschaffen, seinen Presale am 22. März erfolgreich. Die Resonanz ist nach Firmenangaben riesig. Ziel von Vrxcity ist es, insgesamt 130 Mio. Euro einzusammeln, das wäre dann der bisher größte ICO in Deutschland.

Nach dem mehrstufigen Verkaufsprozess werden die Tokens aus den ICOs an einer Kryptobörse gelistet und können dort dann gehandelt werden. Keine ICOs, aber immer mehr Kryptos werden jetzt auch an den verschiedenen Handelsplattformen wie etwa Etoro gelistet. Nach dem schwierigen ersten Quartal hoffen Anleger auf eine bessere Performance am Gesamtmarkt. Die für viele im März begonnene Bodenbildung ist ein erster Hoffnungsschimmer.