FondsNebenwerte-Perlen sind teuer

Kurstafel an der Frankfurter BörseGetty Images

In den vergangenen Wochen zog die starke Performance des deutschen Leitindex Dax viel Aufmerksamkeit auf sich. Im Windschatten des Dax hat sich ein anderes deutsches Marktbarometer zuletzt noch besser entwickelt: Der SDax, in dem Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung gelistet sind, hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 30 Prozent zugelegt. Der Dax stieg im selben Zeitraum um 22 Prozent.

Die Rallye des SDax ist kaum verwunderlich. In Aufwärtsphasen entwickeln sich Nebenwerte oft besser als Standardwerte. Weil sich die Hausse am Aktienmarkt dank solider Konjunkturdaten und steigender Unternehmensgewinne noch einige Zeit fortsetzen könnte, bleiben Aktien kleiner Unternehmen auch in den kommenden Monaten attraktiv, sagen Fondsmanager. Auch wenn viele Nebenwerte mittlerweile hoch bewertet sind, dürfte sich ein Einstieg also weiterhin lohnen.

Erfolgsabhängige Gebühren

Auf längere Sicht haben sich deutsche Nebenwertefonds zuletzt ebenfalls besser geschlagen als Standardwertfonds. Manager, die in Aktien kleiner Firmen investieren, schafften in den vergangenen drei Jahren im Schnitt ein Plus von 11,8 Prozent pro Jahr, zeigen Zahlen des Fondsratinghauses Morningstar. Manager von Standardwerte-Produkten erzielten im selben Zeitraum ein durchschnittliches Plus von 9,7 Prozent jährlich.

Unter den besten deutschen Nebenwertefonds für Privatanleger schnitt ein Fonds des Finanzberaters Frankfurt Performance Management (FPM) am besten ab. Er legte seit Herbst 2014 jedes Jahr um rund 25 Prozent an Wert zu. Fondsmanager Raik Hoffmann investiert vornehmlich in Small- und Mid-Caps, hat aber auch einige Dax-Titel im Portfolio. So finden sich unter den Top-Ten-Positionen neben kleineren Namen wie dem Lebensmittelhändler Hello Fresh auch die Commerzbank und die Deutsche Lufthansa. Für den FPM-Fonds wird eine vergleichsweise geringe Managementgebühr fällig. Oben drauf kommt allerdings eine erfolgsabhängige Gebühr.

Auf Rang zwei der Morningstar-Top-Ten liegt ein Fonds des Frankfurter Aktienspezialisten Main First. Er legte während der vergangenen drei Jahre pro Jahr um 22,6 Prozent an Wert zu. Manager Olgerd Eichler genießt in der Branche einen guten Ruf. Bevor er zu Main First wechselte, war er mehrere Jahre lang für den genossenschaftlichen Fondsanbieter Union Investment tätig. Für seinen Nebenwerte-Fonds sucht er vor allem nach Aktien von deutschen Mittelständlern, die in ihrer jeweiligen Nische eine Spitzenposition innehaben. Größte Position im Portfolio ist die Deutsche Pfandbriefbank, gefolgt vom Automobilzulieferer Hella und vom Autovermieter Sixt. Die Verwaltungsgebühr des Fonds liegt im Mittelfeld. Allerdings wird auch hier eine Performance Fee fällig.