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Neuer Twitter-Besitzer Musk verkauft erneut Tesla-Aktien in Milliardenhöhe

Tesla-Boss Elon Musk im April in der Gigafactory in Austin, Texas
Tesla-Boss Elon Musk im April in der Gigafactory in Austin, Texas
© IMAGO / ZUMA Wire
Mehrfach hat Tesla-Boss Elon Musk beteuert, keine weiteren Aktien des E-Autobauers verkaufen zu wollen. Nun hat er aber genau das erneut getan

Noch im April hatte Tesla-CEO Elon Musk angekündigt, wegen der Übernahme von Twitter keine weiteren Aktienpakete seines E-Autobauers zu verkaufen. Doch schon im August warf Musk Tesla-Aktien im Wert von 6,9 Mrd. Dollar auf den Markt – und nun, nur wenige Tage nach Abschluss des Twitter-Deals, verkaufte er erneut Aktien: Musk schlug 19,5 Millionen Aktien im Wert von mindestens 3,95 Mrd. Dollar los, wie aus am Dienstag in New York eingereichten Unterlagen hervorgeht. Aus den Dokumenten ließ sich nicht schließen, dass die Transaktionen im Voraus geplant gewesen wären.

Der reichste Mensch der Welt hatte die Übernahme der Social-Media-Plattform Twitter im Oktober vollzogen, nachdem er monatelang versucht hatte, aus dem Deal auszusteigen. Im August hatte Musk erneut betont, er sei mit dem Verkauf von Tesla-Aktien fertig und es sei wichtig sei, einen „Notverkauf“ der Aktien zu vermeiden, falls er gezwungen sei, die Twitter-Übernahme abzuschließen und Schwierigkeiten haben würde, zusätzliche Eigenkapitalpartner zu finden.

Es ist nicht ganz klar, wie das 44-Mrd.-Dollar-Geschäft für Twitter letztlich finanziert worden ist, abgesehen von den rund 13 Mrd. Dollar an Schuldverpflichtungen von Wall-Street-Banken. Mehrere hochrangige Persönlichkeiten haben versprochen, etwa 7 Mrd. Dollar zu investieren, obwohl nicht bekannt ist, ob alle ihre Zusagen eingehalten haben. Und Musk hat sich nie öffentlich dazu geäußert, wie er seinen Anteil an dem für den Abschluss des Geschäfts erforderlichen Kapital aufgebracht hat.

Tesla-Aktionäre in Sorge

Eines ist jedoch klar: Twitter macht Verluste und muss nun jährliche Zinszahlungen von fast 1,2 Mrd. Dollar leisten. Seit Musk die Führung übernommen hat, haben mehrere große Unternehmen ihre Werbung auf der Plattform eingestellt – sie wollen erst abwarten, wie sich Twitter unter der Führung des Milliardärs weiterentwickelt.

„Es sieht so aus, als bereite sich Musk darauf vor, dass die Dinge bei Twitter für das nächste Jahr schlecht bleiben“, sagt Gene Munster von Loup Ventures, nachdem die Aktienverkäufe bekannt wurden. „Er bereitet sich darauf vor, dass Twitter ein Faß ohne Boden  wird.“

Musk und seine rechte Hand im Finanzbereich, Jared Birchall, reagierten nicht auf eine per E-Mail gestellte Anfrage nach einem Kommentar.

Die drastischen Maßnahmen des Milliardärs zur Kostensenkung – einschließlich der Entlassung der Hälfte der Mitarbeiter und der späteren Aufforderung an einige von ihnen, zurückzukommen – sowie die Überarbeitung des Plattformbetriebs haben zu zwei turbulenten Wochen bei dem Social-Media-Unternehmen geführt, wobei einigen Mitarbeitern zwischendurch nicht ganz klar war, ob sie noch dort beschäftigt sind oder nicht.

Der Deal hat auch bei Tesla-Aktionären die Sorge geweckt, dass der CEO sich zu sehr verzettelt und noch mehr seiner Aktien loswerden müsste. 

Im vergangenen Jahr veräußerte er Aktien des Autobauers im Wert von rund 36 Mrd. Dollar – etwa die Hälfte davon, seit er mit dem Twitter-Buyout-Plan an die Öffentlichkeit gegangen ist, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Die Aktie ist seit ihrem Höchststand im letzten Jahr um 53 Prozent gefallen, wodurch Musks Vermögen laut dem Bloomberg Billionaires Index von 340 Mrd. Dollar auf 179,5 Mrd. Dollar gesunken ist.

Mitarbeit: Dana Hull, Ed Ludlow, Tom Maloney und Esha Dey

© 2022 Bloomberg L.P.

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