Kryptomarkt Krypto 2022: Bitcoin auf 100.000 Dollar?

Wie geht es mit Bitcoin 2022 weiter?
Wie geht es mit Bitcoin 2022 weiter?
© Bloomberg
Wie wird sich der Kryptomarkt im neuen Jahr entwickeln? Die Investorenwelt ist gespalten: Die einen sagen einen Höhenflug für Bitcoin voraus, andere erwarten eine Bruchlandung

Nachdem die US-Notenbank zum Ende des Jahres hin ins Falkenlager gewechselt ist, ging dem Kryptomarkt der Schwung aus - während andere Risikoaktiva größtenteils verschont geblieben sind. Auch im neuen Jahr sehen viele Experten die offizielle Geldpolitik als entscheidenden Treiber von Bitcoin & Co.

Manche erkennen allerdings Trends, die den Digitalwährungsmarkt unabhängiger vom makroökonomischen Umfeld machen können. Dafür spreche zum einen das Engagement von Tech-Riesen wie Meta Platforms (ehemals Facebook) und Apple im Metaversum. Schub könnte zudem von sogenannten nicht-fungiblen Tokens kommen. Vergangenes Jahr wechselte ein NFT-Kunstwerk beim Auktionshaus Christie’s für 69,3 Mio. Dollar den Besitzer.

Im Folgenden die Sicht von Analysten auf das, was nach dem volatilen 60 prozentigen Preisanstieg von Bitcoin 2021 im neuen Jahr am Kryptomarkt zu erwarten ist:

Bullische Bitcoin-Technik

„Wir sind langfristig bullish für Bitcoin, basierend auf unseren langfristigen Trendfolgemessungen“, sagt Katie Stockton, Gründerin von Fairlead Strategies. „Wir gehen davon aus, dass sich der langfristige Aufwärtstrend fortsetzen wird.“ Ein entscheidenderer Ausbruch zu neuen Höchstständen würde den Weg zur Marke von rund 90.000 Dollar frei machen.

Bitcoin handily outperformed global stocks in 2021
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Derzeit notiert Bitcoin bei knapp 46.600 Dollar, nach etwas mehr als 46.300 Dollar zum Jahresende 2021, fast 69.000 Dollar beim Hoch im November und knapp 7200 Dollar Ende 2019. „Im Moment hat noch eine Korrekturphase Bestand“, sagt Stockton. „Es gibt jedoch potenzielle Anzeichen für eine kurzfristige Erschöpfung des Abwärtstrends.“

Die Fed und das Metaverse

„Der Einflussfaktor Nummer eins für Bitcoin und Kryptowährungen im Jahr 2022 ist die Politik der Zentralbanken“, sagt Antoni Trenchev, geschäftsführender Gesellschafter des Krypto-Kreditgebers Nexo. „Das billige Geld wird bleiben, was enorme Auswirkungen auf Kryptowährungen hat“, da „die Fed nicht den Mut oder das Rückgrat hat, einen 10- bis 20-prozentigen Einbruch des Aktienmarktes zusammen mit einer negativen Reaktion des Anleihenmarktes zu überstehen.“

Trenchev sieht ein unruhiges Jahr 2022, prognostiziert aber, dass Bitcoin bis Ende Juni 100.000 Dollar erreichen wird. Er erwartet indessen nicht, dass Token wie Solana und Avalanche die gleichen exponentiellen Zuwächse bieten werden wie 2021. „Diese Upstarts – voll Arroganz, Haltung und hippen Narrativen – werden vor den gleichen Skalierungsherausforderungen stehen wie Ethereum und andere ältere Protokolle.“

„Was mich im Jahr 2022 wirklich fasziniert, ist das Metaverse“, sagt Trenchev. „Es wird eines der übergreifenden Themen des nächsten Jahres sein: das Metaversum, der Aufbau der Infrastruktur und dann die NFTs, die einen Teil der dortigen Ökonomie ausmachen werden.­“

Der Skeptiker

„Obwohl ich davon ausgehe, dass der Spekulationseifer im Kryptobereich anhalten wird, steht er, wie die aufgeblähten Technologiebewertungen, im Jahr 2022 vor einem viel schwierigeren Umfeld“, sagt dagegen Jeffrey Halley, Analyst bei Oanda Asia Pacific. „Der Hauptgrund dafür ist der Beginn der Zinsnormalisierung durch die Federal Reserve, dem auch andere wichtige Zentralbanken wahrscheinlich folgen werden. Das wird die Existenzberechtigung von Kryptowährungen als Alternative zu Fiat-Geld infrage stellen.“

„Über dem Krypto-Raum schwebt das Risiko einer stärkeren Regulierung, und offen gesagt, wenn jede Woche eine neue Münze herauskommt, die ‚das nächste große Ding’ sein soll, weiß ich nicht mehr, ob auch nur eine das Zeug dazu hat“, sagt Halley. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Kryptowährungen die größte kollektive Idiotie aller Zeiten an den Finanzmärkten sind. Die Musik mag 2022 noch eine Weile weiterspielen, aber der Kaiser hat immer noch keine Kleider an.“

Warten auf einen App Store

„Der Wettlauf um den App-Store für Kryptowährungen hat begonnen“, meint Philip Gradwell, Chefökonom des Informationsdienstes Chainalysis. „Eine wichtige Lektion des Web 2.0 war, dass die Verbraucher Plattformen lieben, und ich glaube nicht, dass sich das für das Web 3.0 ändern wird.“ Derzeit gebe es keine Krypto-Plattform, die in puncto Kundenbeziehung wirklich dominant sei und die Anbieter zusammenfasst. „Ich sage voraus, dass sich 2022 viele Unternehmen um den Aufbau einer solchen Plattform bemühen werden, wobei Coinbase mit der Integration von Defi und NFTs die Führung übernehmen wird.“

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© 2022 Bloomberg L.P.


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