Exklusiv Vermögensverwalter Ehrhardt fordert Schuldenschnitt für die Eurozone

Jens Ehrhardt
Jens Ehrhardt
© Thomas Dashuber / xxpool
Der Vermögensverwalter Jens Ehrhardt drängt die Regierungen in der Pandemie deutlich mehr Geld auszugeben und Schulden zu machen. Sparen sei völlig falsch. Um eine neue Schuldenkrise zu vermeiden, sollten die Notenbanken staatliche Altschulden erlassen

Um die Folgen der Covid19-Pandemie abzufedern, fordert der bekannte Münchner Vermögensverwalter Jens Ehrhardt eine stärkere Verschuldung in der Eurozone und einen anschließenden Schuldenschnitt durch die Europäische Zentralbank. In der aktuellen Krise gebe es zu schuldenfinanzierten staatlichen Konjunkturprogrammen keine Alternative, sagte Ehrhardt im Interview mit Capital. „Wenn wir jetzt sparen, klappt alles zusammen“, sagte er.

Die neue Capital erscheint am 19. November
Die neue Capital erscheint am 19. November
© Capital

Ehrhardt warnte zugleich davor, schon möglichst früh wieder in eine ehrgeizige Sparpolitik umzuschwenken. Stattdessen solle die EZB die aufgehäuften Schulden der Eurostaaten irgendwann einfach streichen: „Die von der EZB gekauften Staatsanleihen – im Privatbesitz befindliche würden nicht tangiert – könnten dazu entweder bei der Fälligkeit weit in die Zukunft verlängert und die Zinsen auf null gesetzt werden. Oder sie werden gleich ganz abgeschrieben“, sagte Ehrhardt (Capital 12/2020; EVT 19. November 2020).

Die Sparpolitik nach der Finanzkrise sei ein Fehler gewesen, in Europa bremsten bis heute die Schuldendisziplin wie der starke Euro die Konjunktur. „Meiner Meinung nach wäre es völlig falsch, gleich wieder auf Bilanzausgleich zu achten, die Ausgaben zu reduzieren und die Steuern zu erhöhen“, sagte der Gründer und Chef der Vermögensverwaltung DJE Capital. Wenn jetzt gespart würde, wäre das eine größere Gefahr als die Schuldenlast. Massenarbeitslosigkeit und eine große Rezession könnten die Folgen sein.

Jens Ehrhardt gilt als einer der erfahrensten deutschen Finanzexperten. Der 78-Jährige gründete 1974 die Vermögensverwaltung DJE Capital AG, die heute mit 150 Mitarbeitern und 13 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen der drittgrößte Asset Manager in Deutschland ist.

Das vollständige Interview lesen Sie in Capital 12/2020, die am 19. November erscheint. Interesse an Capital ? Hier geht es zum Abo-Shop , wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay



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