KursanstiegIst der Euro der schwarze Schwan 2017?

Euro-Banknoten
Der Kurs des Euro hat zuletzt zugelegtGetty Images

Unter einem schwarzen Schwan versteht man ein Ereignis, mit dem kaum einer rechnet, aber dessen Auswirkungen enorm sind, sollten sie eintreten. 2016 war dies der Kursverfall des Ölpreises bis auf nahezu 20 Dollar. Auch die Wahl Donald Trumps kann als Schwarzer Schwan durchgehen. Für Dax-Investoren ist der Euro eine unschöne Sache. Die jüngste Sommerkorrektur geht nämlich gefühlt zu 50 Prozent auf den Währungseffekt, der Rest darf größtenteils den Autoaktien zugeschrieben werden.

Vom Kursrückgang sollten sich Anleger aber nicht über Gebühr verunsichern lassen, denn die Investoren könnten gerade die Auswirkungen der Euro-Rally überschätzen. Die Belastungen für die Dax-Unternehmen sind bei weitem nicht so groß, wenn der Euro wie derzeit von einem sehr niedrigen Niveau aus steigt, als wenn er von Kursen von um die 1,40 oder 1,50 Dollar je Euro klettern würde. Gestützt wird der Dax zudem von den anhaltend niedrigen Zinsen. Ein schwarzer Schwan, also ein Überschießen der Zinsen auf ein, zwei oder drei Prozent ist nicht zu erahnen.

EUR/USD (Euro / US-Dollar) Währung

EUR/USD (Euro / US-Dollar) Währung Chart
Kursanbieter: FXCM

Daher dürfte auch beim Euro-Dollar das Potenzial begrenzt sein, zumal der Dollar nach der jüngsten Fondsmanagerumfrage von Bank of America Merril Lynch bereits stark verkauft wurde. Zahlreiche Manager setzen also bereits auf einen fallenden Dollar, der Spielraum für weiter fallende Dollarnotierungen könnte damit enger werden.

Dax mit Seitwärtstendenz

Die Konsolidierung im Dax könnte sich daher fortsetzen, auch wenn das übliche September-Geplänkel für den einen oder anderen Kursrückschlag sorgen dürfte. Bei 1,20 Dollar sollte von der Währung erst einmal kein Gegenwind mehr zu erwarten sein, zunächst muss der Euro-Anstieg verarbeitet werden. „In einem solchen Umfeld gibt es mehrere Möglichkeiten für Anleger mit Seitwärtspapieren zu agieren“, sagt Marcus Landau, Derivate-Experte der DZ BANK, zu den Anlagealternativen. „Discount-Calls eignen sich für mutige Anleger, die gehebelt von stagnierenden oder leicht steigenden Kursen profitieren wollen“, ergänzt Landau.

Eine solche Möglichkeit ist etwa der Discount-Call mit der WKN DGK8E4. Die maximale Renditechance bis zur Fälligkeit im Dezember beträgt rund 46 Prozent sollte die Marke von 12.600 Punkten bis dahin erreicht werden. Ein Totalverlust entsteht, sollte der Basispreis von 12.100 Punkten zur Fälligkeit unterschritten werden.

Eine defensivere Möglichkeit ist ein Capped-Bonuspapier ohne Aufgeld mit der WKN DM3F3P und einer Renditechance von 5,2 Prozent per anno. Da das Papier kein Aufgeld besitzt, können Anleger also nicht mehr verlieren als bei einem Direktinvestment in den Dax. Clevere Anleger lassen ihre Rendite zudem nicht durch Transaktionskosten auffressen, beispielsweise bei Onlinebrokern wie Degiro geht es kostenschonend voran.Istder

Übrigens – per Definition würde erst bei Kursen von unter 10.360 Punkten ein Bärenmarkt beginnen. Er liegt vor, wenn die Kurse um mindestens 20 Prozent gegenüber dem vorherigen Hoch sinken. Das wäre aus heutiger Sicht nahezu ein schwarzer Schwan.


Daniel Saurenz

Daniel Saurenz betreibt das Investment- und Anlageportal Feingold Research. Der Journalist hat unter anderem für Börse Online und die Financial Times Deutschland geschrieben