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Kolumne ETF-Anbieter auf dem Prüfstand

Symbolbild Geldanlage
Symbolbild Geldanlage
© IMAGO / Panthermedia
Knapp fünf Prozent Inflation führen immer neue Anleger an den Aktienmarkt. Gerade die jüngere Generation findet den ersten Einstieg über ETFs. Doch ein paar Kriterien sollten Anleger beachten – deshalb ist ein jährlicher Check unerlässlich

Immer mehr Anleger investieren passiv in börsengehandelte Indexfonds, weil aktive Fondsmanager meist nicht besser sind. Nicht einmal zehn Prozent aller aktiven Manager gelingt es nach Kosten und Gebühren längerfristig ihren Vergleichsindex zu schlagen. ETF-Anbieter erweitern daher beständig ihr Angebot. Gemeinsam mit Index-Radar hat das Börsenportal Feingold Research die Produkte der größten Emittenten unter die Lupe genommen.

Neue Rekorde

Jährlich grüßt das Murmeltier. Auch 2021 ist wieder ein Rekordjahr am europäischen ETF-Markt: Exchange Traded Funds haben mit einem Zufluss von bisher 115 Mrd. Euro auch in diesem Jahr einen furiosen Zuspruch erlebt. Im gesamten Jahr 2020 waren es 100 Mrd. Euro. Was macht ETFs so attraktiv, dass auch immer mehr Anbieter diesen Markt entdecken? Für Anleger lohnt sich daher ein Blick auf das Angebot und den Service der Emittenten.

Sie haben sich mächtig ins Zeug gelegt und möchten mit einem immer größeren Angebot überzeugen. Das Erfolgsrezept ist dabei sehr simpel: Ein ETF ist meist einfach gestrickt und folgt der positiven wie negativen Performance eines Basiswertes wie etwa einem Index. Abweichungen vom Index sind gering, was auf die geringen Kosten von ETFs zurückzuführen ist. Zwei Trends haben sich in diesem Jahr bestätigt: Anleger suchen ETFs, um an Megatrends und an nachhaltigen Investments zu partizipieren. Die Servicestudie zeigt auch, wo man am besten zurechtkommt.

Lyxor forciert klimagerechtes Investieren

Das Informationsangebot auf diese beiden Themen ist bei vielen Anbietern sehr groß, wir stellen hier die wichtigsten Emittenten vor. Auf hohem Niveau hält sich der französische ETF-Emittent Lyxor, der demnächst mit dem Konkurrenten Amundi zusammengehen wird. Die Homepage ist modern und übersichtlich, neue Anleger finden sich schnell zurecht. Die Navigation ist ebenfalls übersichtlich, das große Angebot ist leicht auffindbar. Auffällig ist die durchgehend ordentliche Preisstruktur zahlreicher ETFs und das vielfältige Angebot, insbesondere bei nachhaltigen und umweltverträglichen ETF-Produkten. Zu letzterem gibt es auch eine große Auswahl an Informationen.

Optisch ziemlich bunt präsentiert sich die Homepage von iShares. Mit wenigen Reitern steckt der Marktführer seine Themen ab: Produkte, Anlegen, Märkte und Wissen. Allerdings sind die weiteren Menüpunkte auf der Homepage unten, was aber nur auf den ersten Blick verwirrend ist. Positiv ist die Informationsvielfalt, die über Unterseiten und Landingpages zur Verfügung gestellt wird. Bei iShares fällt das große und preislich attraktive Angebot an physisch replizierten ETFs auf. Hier wird direkt in die zugrundeliegenden Basiswerte wie etwa Aktien investiert.

Fidelity: klein, aber fein

Sehr aufgeräumt erscheint auch die Homepage von Fidelity-ETFs. Mit wenigen Klicks lassen sich alle Informationen einsehen. Das bekannte Fondshaus bietet seit einiger Zeit auch ETFs an. Ihre ETF-Familie ist auf zwei Kernbereiche fokussiert: Nachhaltigkeits-ETFs sowie Ertragsorientierte ETFs. Diese zwei Themen dürften auch in den nächsten Jahren die bedeutende Rolle spielen und neuen Investoren immer wieder begegnen. Nachhaltigkeit ist auch bei Xtrackers der Deutschen Bank ein großes Thema, allerdings wirkt die Homepage etwas unsortiert, der dunkle Hintergrund ist ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig. Die Deutsche Bank hat kein Alleinstellungsmerkmal und fällt somit zur Konkurrenz etwas ab.

Ein Spezialfall ist die UBS. Anleger suchen dort vergeblich nach Dax- oder MDax-ETFs, die Schweizer haben dagegen viele Indizes aus der MSCI-Familie im Programm.

Fazit

In diesem Jahr liegt Lyxor beim ETF-Award von Feingold Research vorne, weil hier das Gesamtpaket am besten passt: breiter Fokus auf klimaneutrale Produkte in einem insgesamt guten Angebot. Zusätzlich waren die Franzosen bei der Performance und damit bei den Preisen bei bedeutenden ETFs meist unter den Top-3-Anbietern. Hier war auch iShares stark, weshalb sie auf den zweiten Platz gelandet sind. Dritter wurde, trotz des eingeschränkten Angebots, Fidelity. Sie überzeugen ebenfalls bei der Performance ihres ETF-Angebots.

Daniel Saurenzbetreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com


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