KolumneDas Anleger-Jahr beginnt erst jetzt

Kurstafel an der Frankfurter Börse
Kurstafel an der Frankfurter BörseGetty Images

Die Welt ist unruhig und die Probleme sind vielfältig. Italien möchte mehr Geld ausgeben, der US-Dollar legt zu und bringt Schwellenländer in Bedrängnis, die Zinsen in den USA steigen bei den zehnjährigen Bonds über drei Prozent, die Türkei wankt, Populisten gewinnen an Einfluss, die EZB verringert die Anleihekäufe und darüber hinaus streiten sich die USA mit anderen Ländern um den freien Handel. Ein ziemlich übler Mix. Wirklich? Keineswegs. Denn im Oktober 2018 sind diese Gefahren bekannt. Wie wunderbar!

Schlimm ist es, sich in einen Aktienmarkt einzukaufen, der rosarot scheint, dessen Probleme aber verborgen sind und nur schlummern. Gegenwärtig werden viele davon diskutiert, das drückt den Dax-Kursindex auf das Niveau von 2014. Dabei ist das Umfeld eigentlich prima für Aktien. Sie sind im Dax nicht teuer, die Zinsseite in Europa bietet keinerlei Alternative und steigt der US-Dollar zum Euro weiter, könnte über diese Schiene sogar eine Art Konjunkturprogramm nach Europa schwappen. Sehen Sie die Chancen – und ergreifen Sie diese im Herbst 2018!

Beispiele gefällig? Aber gern. Ein Dax-Discount-Call mit WKN MF63KD liefert bei Laufzeit Februar 2019 satte 50 Prozent Rendite. Wenn der Dax dann per saldo gleich geblieben ist, also mindestens bei 12.000 Punkten notiert. Mehr muss nicht passieren.

Ein Discounter – die WKN VN8DVF – bietet bei gleichem Cap bis März 4,5 Prozent Rendite und einen Discount zum Dax dazu. Das Bonuszertifikat DM76VT mit Barriere bei 10.800 Zählern liefert bei geringerem Risiko als der Dax satte 9 Prozent Seitwärtsrendite p.a ab. Was will man mehr? Sehr spekulative Anleger können sich übrigens mit dem Inline-Optionsschein HX3WXB eindecken. Bleibt der Dax bis Ende 2019 in der sehr breiten Spanne zwischen 10.000 und 13.600 Zählern, dann verdreifacht sich der Kurs des Scheins. Spekulativ – aber reizvoll. Für eine moderate Bewegung nach oben – womöglich zum Jahresanfangslevel – bis zu einem Seitwärtstrend spricht einiges.

Kapitalstrom hat sich gedreht

Für den wesentlichen Aufwärtsdruck beim Dollar sorgen nämlich die Zinserhöhungen der US-Notenbank. Sie reagiert auf die sehr niedrige Arbeitslosenquote und eine relativ hohe Inflationsrate von zuletzt 2,7 Prozent mit Zinserhöhungen, sowie dem Abbau der Bilanzsumme durch den Verkauf von Staats- und Hypothekenanleihen. Letzteres sorgt für zusätzlichen Aufwärtsdruck bei den Zinsen. Daher sind die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zuletzt auf mehr als 3,2 Prozent geklettert.

Nachdem das Geld wegen der niedrigen US-Zinsen jahrelang in die Emerging Markets geflossen war, weil dort die Wirtschaft deutlich stärker gewachsen ist, hat sich der Kapitalstrom zuletzt umgedreht und das Kapital fließt zurück in die USA. In diesem Umfeld werten die Währungen etlicher Länder wie die türkische Lira oder der argentinische Peso kräftig gegenüber dem Dollar ab.

Auf der anderen Seite können viele US-Unternehmen wegen der massiven Steuersenkungen im Gegensatz zu den Firmen aus anderen Ländern mit einem kräftigen Gewinnplus überzeugen. Laut der Researchfirma Factset werden die Profite der S&P-500-Unternehmen im laufenden Jahr um 20,6 Prozent nach oben schießen, für 2019 sagt der Konsens der Analysten ein Plus von 10,3 Prozent voraus. Allerdings ist der Index hoch bewertet im Gegensatz zum Dax.

Der Dax hat bereits auf den zunehmenden Gegenwind reagiert und war in die Nähe seines 52-Wochen-Tiefs gesunken, ehe er sich zwischenzeitlich ein wenig erholt hat. Der Grund: Zykliker, also Unternehmen aus konjunkturabhängigen Sektoren machen rund 55 Prozent des Indexgewichts aus und damit mehr als in fast jedem anderen Index der Welt. Durch den Kursrückgang ist allerdings das KGV auf 12,0 gesunken. So sind strukturierte Produkte Marke Bonus, Discount oder auch Discount-Call eine hervorragende Alternative zu ETF oder Aktien pur. Schon in den letzten Jahren haben Bonuszertifikate bei vernünftiger Handhabung den Dax und viele Einzeltitel merklich hinter sich gelassen beim Rendite-Risiko-Mix. 2018 kann also beginnen – nochmal im Oktober.