Ranking Capital kürt beste nachhaltige Vermögensverwalter

Grüne Geldanlage? Man sollte genau schauen, was sich darin verbirgt
Grüne Geldanlage? Man sollte genau schauen, was sich darin verbirgt
© Alan Murphy/imago images
Die meisten Banken und Vermögensverwalter stellen ihre Finanzprodukte derzeit auf Nachhaltigkeit um. Ein Capital-Ranking zeigt, dass langjährige Erfahrung ESG-Strategien erst so richtig erfolgreich macht

Zum zweiten Mal hat Capital Deutschlands nachhaltigste Banken und Vermögensverwalter gekürt. Führend unter den Banken ist demnach die BW-Bank, die Kundenbank der Landesbank Baden-Württemberg, mit 87,4 von 100 möglichen Punkten. Die erfolgreichste Vermögensverwaltung war PEH Wertpapier mit 77,6 Punkten. Das gesamte Ranking gibt es bei Capital+.

Das Institut für Vermögensaufbau (IVA) hat im Auftrag von Capital die von den Häusern eingesandten Musterdepots auf ihre Nachhaltigkeit gemäß den ESG-Kriterien auf Umweltfreundlichkeit, soziale Auswirkungen und Führungskultur hin untersucht. Von insgesamt 78 Eingeladenen haben sich 19 beteiligt, darunter waren 14 Banken und fünf Vermögensverwaltungen. „Bei vielen ist eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, sich zu diesem Thema zum jetzigen Zeitpunkt medial zu exponieren“, erklärt Studienleiter Gabriel Layes die noch geringe Zahl der Teilnehmenden. Ein Grund dafür sei die vorherrschende Unsicherheit über die noch jungen EU-Regularien zur nachhaltigen Geldanlage.

Hier geht es zur gesamten Auswertung:

Bei den Anbietern mit langjähriger Erfahrung sieht Layes jedoch „Common Practices“ entstehen, vor allem im Bereich der Portfoliokonstruktion. Die Teilnehmer konnten Portfolien in den Kategorien „defensiv“, „ausgewogen“ und „offensiv“ einreichen. Zu den beliebtesten Aktien dabei zählten Microsoft, ASML und Allianz, bei Unternehmensanleihen waren Banken und Energieunternehmen wie Orsted aus Dänemark zuvorderst vertreten. 

Im ersten Schritt prüfte das IVA im Rahmen der Studie die ESG-Gewichtung in den eingereichten Musterportfolios. Im zweiten Schritt bewertete das IVA das Risiko-Rendite-Profil anhand bestimmter Kriterien wie einer möglichst breiten Diversifizierung nach Regionen und Branchen sowie einer Streuung von Einzelwerten. Darüber hinaus werteten die Analysten von Tetralog Fragebögen aus, die die teilnehmenden Banken und Vermögensverwalter einreichen mussten. Die Marktforscher fragten zum Beispiel ab, wie eine Bank über ihre ESG- und Anlagephilosophie aufklärt, wie sie ESG-Reportings in ihre Arbeit integriert, wie sie jenseits individueller Beratungsgespräche über das Thema informiert und welches Gewicht sie den ESG-Kriterien in der eigenen Arbeit beimisst.

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