Finanzen4 Fehler, die wir im Umgang mit Geld immer wieder machen

Geöffnete Geldbörse, aus der etwas Kleingeld heraus fällt.
Flaute im Geldbeutel zu Monatsende? An diesen häufigen Fehlern könnte es liegen.Bild von Thomas Ulrich auf Pixabay

#1: Bei ständiger Kartenzahlung den Überblick verlieren

Wir treffen Finanzentscheidungen meist unter Berücksichtigung von Faktoren, die eigentlich keinen Einfluss auf unsere Kaufentscheidung haben sollten. So macht es einen Unterschied, ob wir mit Karte oder Bargeld zahlen. Das ist verständlich, denn der Mensch ist ursprünglich nicht dazu gemacht, über Geld nachzudenken – in der Evolutionsgeschichte ist Geld nie ein Thema gewesen.

Dennoch unterläuft uns hier häufig ein Fehler: Die Zahlungsmethode ändert schließlich nichts daran, wie viel Geld von unserem Budget am Ende des Tages abgeht. Um einen Überblick zu behalten und sich nicht zu voreiligen und unbedachten Spontankäufen hinreißen zu lassen, ist es also ratsam, lieber immer genügend Bargeld abzuheben und bei sich zu tragen. Auf diese Weise behalten wir die Ausgaben eher im Auge. Große Summen von unserem Bargeld zu bezahlen tut in der Regel außerdem mehr weh. Eine Kaufentscheidung wird daher gründlicher überlegt und abgewogen!

#2: Die Opportunitätskosten aus dem Auge verlieren

„Jedes Mal, wenn wir darüber nachdenken, eine Sache zu kaufen, müssen wir […] darüber nachdenken, was wir deswegen nicht kaufen können“, sagt der Professor für Psychologie und Verhaltensökonomik Dan Ariely, der an der Duke Universität lehrt, im Interview mit Capital.

Im Grunde ein komplexer Gedanke, der aber auch impulsiven – und letztlich oft unnötigen – Kaufentscheidungen vorbeugen kann. Die Anschaffung eines neuen teuren Elektrogeräts oder teurer Kleidung, die wir spontan sehen und die uns womöglich auf Anhieb gefällt, wird dazu führen, dass wir uns andere Dinge aufgrund der hohen Ausgaben nicht mehr kaufen können.

Die Frage „Ist es mir das wirklich wert?“, also die nach den Opportunitätskosten, sollte man sich also gerade vor teuren Kaufwünschen stets stellen. So machen wir uns vielleicht bewusst, dass wir gerade auf etwas Großes sparen. Dessen Anschaffung wird durch den Spontankauf verzögert. Oder wir bedenken, dass ein Urlaub ansteht, für den das Reisebudget nun schrumpfen würde.

#3: Ein Euro ist immer ein Euro

Auf den ersten Blick ein großer Unterschied: Ein Kleidungsstück kostet ursprünglich 100 Euro, ist aber mit einem Rabatt über 50 Prozent versehen. Da schlägt man vielleicht gern mal zu, hat man doch schließlich ein unschlagbares Schnäppchen geschossen.

Aber hätte man sich das Kleidungsstück auch gekauft, hätte es von vornherein nur 50 Euro gekostet? Potenziell wohl eher nicht, obwohl der Preis doch genau der gleiche ist. Das Gefühl, ein gutes Angebot oder Schnäppchen erwischt zu haben, beflügelt aber. So verleitet es zu spontanen Käufen nicht unbedingt benötigter Artikel.

Versuchen wir daher besser, die reale Preissumme unabhängig von lockenden Rabatten, Sonderangeboten oder unschlagbaren „3für2“-Deals zu betrachten. So verlieren wir nicht den Bezug zu Wert und tatsächlichem Nutzen des Artikels.

Auch von zeitlich begrenzten Rabattaktionen sollten wir uns nicht hinreißen lassen. Will und brauche ich den Artikel wirklich? Oder bin ich nur verleitet, weil mich die Rabattaktion lockt, die nur noch bis morgen geht und ich mich mit meiner Kaufentscheidung daher unter Druck gesetzt fühle?

#4: Ein Monatsbudget lässt einen schnell den Überblick verlieren

In der Regel wird uns das Gehalt einmal monatlich ausgezahlt. Doch hat ein Monat nun mal 30 Tage. Da kann man im Laufe der Zeit schon mal schnell den Überblick über den Geldbeutel verlieren.

Daher ergibt es Sinn, sich sein Geld in wöchentliche Budgets aufzuteilen. Habe ich etwa erstmal herausgefunden, wie viel Geld ich wöchentlich für Lebensmittel, Freizeitaktivitäten, Transport etc. benötige, kann ich mir pro Woche einen Rahmen setzen. Regelmäßige hohe Zahlungen sollte man natürlich zuvor abziehen und dann mit dem Budget planen, das nach dem Abzug dieser Summe überbleibt. Also nach Abgang von Zahlungen für Miet- oder Leasingverträge.

Tipp: Den Anfang dieses Wochenzyklus‘ sollte man eher auf Montag als etwa auf Freitag legen. Potenziell neigt man nämlich eher dazu, fürs Wochenende Geld zurücklegen zu wollen. So kommt man insgesamt sparsamer durch die Woche.