GeldanlageWas Anleger aus der Corona-Krise lernen

Die Corona-Pandemie hat für viel Verunsicherung gesorgt – auch bei der Geldanlage
Die Corona-Pandemie hat für viel Verunsicherung gesorgt – auch bei der Geldanlageimago images / MiS

Wird nach der Covid-19-Pandemie alles so sein wie zuvor, bloß mit mehr Homeoffice? Möglich. Viele Soziologen und Ökonomen prophezeien allerdings ein „New Normal“, eine neue Normalität. Auch die Geldanlage könnte sich künftig aufteilen in „vor Corona“ und „nach Corona“. Fünf Lehren können Anleger jetzt schon aus der Corona-Krise ziehen.

#1 Krisen gibt es immer wieder

Der Statistiker und Finanzexperte Nassim Taleb bezeichnet äußerst unwahrscheinliche, aber extrem wirkmächtige Ereignisse als „Schwarze Schwäne“. Es liegt in ihrem Wesen, dass sie sich nicht vorhersehen lassen. Die Covid-19-Pandemie hat nur allzu deutlich gezeigt, wie viel Wahres in dieser Betrachtungsweise der Märkte steckt. Nach der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 haben Politiker viel getan, um das Finanzsystem stabiler zu gestalten. Doch es brauchte nur ein winziges Virus, um die Börsen erneut zum Absturz zu bringen. Anleger sollten sich an den Kapitalmärkten nie in Sicherheit wähnen. Wer zwischenzeitliche Verluste nicht verkraftet, kann etwa mit Stop-Loss-Orders arbeiten.

#2 Zinsanlagen sind (wahrscheinlich) am Ende

Sichere Zinspapiere wie beispielsweise deutsche Bundesanleihen sind bereits seit Jahren kein sonderlich lohnendes Investment mehr. Die Corona-Krise dürfte sie erst recht auf lange Zeit hinaus unattraktiv machen. Weil sich Regierungen gewaltige Summen leihen, um die Krisenfolgen einzudämmen, müssen die großen Notenbanken die Leitzinsen auf absehbare Zeit niedrig halten. Besonders stark gebeutelte Länder wie Italien könnten sonst ihren Schuldendienst nicht mehr leisten und drohten zu kollabieren. Nicht nur Anleihen, auch Vorsorgeprodukte wie Lebensversicherungen werden in den kommenden Jahren wohl noch stärker als bisher unter der Zinsmisere leiden. Anleger sollten sich nach Alternativen umsehen.

#3 Gold glänzt im Crash

Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten hat der Goldpreis während des Corona-Crashs genau das getan, was von ihm erwartet wurde: Er schnellte rasant in die Höhe, erreichte zwischenzeitlich sogar neue Rekordstände. Gold gilt als Krisenmetall. Diesem Ruf machte es zuletzt alle Ehre. Das zeigt: An der Faustregel, fünf bis zehn Prozent des Anlagekapitals in Gold zu stecken, ist tatsächlich etwas dran. Manche Anlageexperten halten eine solche Quote zwar für zu hoch und sehen Anleger mit zehn Prozent Gold im Portfolio fast schon im spekulativen Bereich. Wer ein Zehntel seines Kapitals in Gold investiert hatte, war in der Corona-Krise allerdings fein heraus.

#4 Diversifizierung ist alternativlos

Eine breite Streuung über Unternehmen, Branchen und Regionen hinweg gilt als das A und O der Geldanlage. Manch ein Investor könnte in den vergangenen Jahren trotzdem versucht gewesen sein, einzelne Sektoren oder Länder überproportional stark zu gewichten. Sollten Technologieaktien zu den Favoriten gehört haben: Glück gehabt. Andere Branchen kamen nicht so gut durch die Krise. Die Pandemie zeigt, dass selbst gesunde Sektoren und Unternehmen plötzlich unter die Räder kommen können. Das sollte Anleger daran erinnern, die Grundregel des Investierens nicht außer Acht zu lassen.

#5 Krankheit und Tod sind reale Risiken

Viele Menschen verdrängen nur zu gern ihre Sterblichkeit. Die Covid-19-Pandemie hat allerdings gezeigt: Es kann jeden treffen. Die tückische Krankheit nimmt mitunter selbst bei jungen Menschen ohne relevante Vorerkrankungen einen schweren Verlauf und kann mit Berufsunfähigkeit oder dem Tod enden. Wer bislang weder eine Berufsunfähigkeitspolice abgeschlossen hat, noch seine Familie mit einer Risikolebensversicherung absichert, sollte über beides noch einmal nachdenken.