Management6 Regeln für die Personalsuche

Symbolbild: Chef und Mitarbeiter
Symbolbild: Chef und MitarbeiterGetty Images


Rosige Zeiten für Jobsucher: Die Wirtschaft boomt und der Markt für Fachkräfte ist wie leergefegt. Für die Unternehmen aber bedeutet das: Sie müssen mehr bieten und intensiver suchen, wollen sie ihre Entscheidung später nicht bereuen. Wer glaubt, den richtigen Kandidaten, gefunden zu haben, ist geneigt, schnell den Vertrag zu zücken.  Oft wird dabei aus schnell vorschnell. Sechs Tipps, die Personaler beherzigen sollten.

# Profil erstellen

Wichtig für Arbeitgeber ist es, sich zunächst klar zu machen, welche Anforderungen ein Bewerber überhaupt erfüllen soll. Wie ist die Stelle definiert? Mit wem hat er Umgang – innerhalb und außerhalb des Unternehmens? Wer sind seine Kollegen? Reicht ein hoch qualifizierter Einzelkämpfer? Oder wird ein Teamplayer gesucht? Braucht er Führungsqualitäten? Wenn ja, erfüllt er eine Vorbildfunktion? Passt er in das bestehende Team, oder wird er für Unruhe sorgen?

# Zeit nehmen

Wer wichtige Entscheidungen wie die Besetzung offener Stellen unter Zeitdruck trifft, hat schon einmal die erste falsche Entscheidung getroffen. Mitarbeiter, die das Unternehmen nach vorne bringen, die engagiert sind und loyal, liegen nicht auf der Straße. „Zwar heißt es, man kann einem Eichhörnchen das Fliegen beibringen“, sagte einmal der bekannte US-Verhaltenspsychologe David McCelland. „Aber es ist einfacher den Adler anzustellen.“ Der Rat des bereits verstorbenen Psycholgen: „Suchen Sie nach den Adlern. Auch wenn das länger dauert.“

# Persönlichkeit achten

Lassen Sie sich nicht von Zeugnissen blenden. Erinnern Sie sich noch an den Schulhof? Die mit den Einser-Zeugnissen waren nicht unbedingt die charismatischsten Mitschüler. Sie waren eher die Außenseite. Wenn Sie Teamplayer suchen oder Führungskräfte, die andere mitreißen sollen, dann sind die Zeugnisse zweitrangig. Wichtiger ist soziales Engagement. Die wahre Persönlichkeit zeigt sich meist nicht bei der Arbeit. Wer aber bereit ist, sich ehrenamtlich zu engagieren, bedürftige Familienangehörige zu pflegen oder sich in einem Sportteam einbringt, der besitzt Eigenschaften, die auch ein Unternehmen nach vorne bringen können.

# Werte evaluieren

Finden Sie heraus, was den Bewerber an- und umtreibt? Wofür interessiert er sich? Warum interessiert er sich ausgerechnet für diesen Job? Wenn Sie den Eindruck haben, es geht nur um das Geld, streichen Sie ihn von der Liste. Loyalität können sie dann nicht erwarten. Beim nächsthöheren Angebot ist er weg. Hinterfragen Sie, wie er zu den Werten des Unternehmens steht.

# Ja-Sager aussortieren

Schwache Chefs bevorzugen Ja-Sager, starke Chefs wachsen an einem Gegenpol. Suchen Sie Querdenker, aber hüten Sie sich vor Querulanten. Ein Team aus Ja-Sagern ist der Tod jeglicher Entwicklung.

# Mischung beachten

Ein gutes Team sollte wie eine Boyband aufgestellt sein. Im Idealfall verkörpert jeder Mitarbeiter einen anderen Typus. Es braucht den Lauten ebenso wie den Leisen. Den Macher wie den Nachdenklichen. Den Angreifer wie den Verteidiger. Ein ganzes Team aus der „Abteilung Attacke“ ist ebenso wenig ratsam, wie eine Gruppe aus Zauderern.